Fallen Lands

Sleyghjin – rot glühende Augen im Schneesturm

by on Feb.21, 2009, under Werwesen

Traumwandler

Winter WaldEs war eine kalte, mondlose Winternacht. Der Wind pfiff durch die Baumwipfel und schleuderte den frisch gefallenen Schnee durch die Luft, die ohnehin schlechte Sicht absolut behindernd. Leise war ein Wimmern zu vernehmen, fern und doch seltsam deutlich, dem wütenden Schneesturm trotzend. Spuren im polsterweichen Weiß deuteten darauf hin, dass hier vor kurzem ein Tier vorbeigekommen war. Wieder dieses Wimmern, ganz zart und hilflos mochte es klingen.

… wach auf …

Er schlug die Augen auf, einen gellenden Schrei ausstoßend, und fand sich in einem warmen Bett wieder, ausgestreckt liegend. Total entkräftet und ermüdet, wie nach einem Marathon, versuchte er sich langsam aufzusetzen. Schleppend war jede der Bewegungen des Mannes. Er strich das weiße Haar, welches in Strähnen vor seine zinoberfarbenen Augen fiel aus der Stirn. „Wo, .. wo bin ich?“, wisperte der Junge von an die zwanzig Jahren vor sich hin und lies seinen Blick suchend durch das Zimmer schweifen, bis er sich wieder entsinnen konnte wo er war. Kalte klare Schweißtropfen perlten von seiner Stirn, wieder strich er mit der Hand darüber und zauderte merklich als das kalte Nass die Haut seiner Finger benetzte. „Wieder dieser Traum.. was ist mit mir bloß los?“ Er schlug die Decke zur Seite und streckte sich gähnend. Die Müdigkeit in seinen Knochen kaum fähig zu vertreiben, versuchte er seine Beine aus dem Bett zu bekommen. Seine Zehen tasteten den Boden ab, seine Schuhe suchend und findend.

*klopf* *klopf*

Das Klopfen durchdrang seine Glieder wie ein Blitz des Metall einer Rüste. Die Farbe wich aus seinem Gesicht und er riss seine Augen weit auf, seine Finger im Stoff der Decke verkrampfend. Dann fasste er sich wieder ob des Schrecks und stellte sicher, dass er auch bekleidet war. Er streifte hastig eine Hose aus feinem schwarzen Leder über und erhob schließlich seine hell klingende Stimme. „Ja? Ich bitte euch herein.“ Herein trat eine blonde Maid, gehüllt in bezaubernd schimmernde Stoffe, es mochte Seide oder Satin sein. „Oh, bist du auch wohlauf?“ Er nickte nur. „Du siehst so müde aus, ich schätze, du hast wieder schlecht geschlafen.“ Erneut entlockte sie ihm nur ein Nicken. Dann malten ihre Lippen ein leuchtendes Lächeln auf ihr Gesicht, während ihre himmelblauen Augen den Blick der seinen suchten. „Ich glaube du solltest dir nicht so viele Gedanken ob des Traumes machen. Komm, jetzt werden wir dich erstmal gut versorgen, Mariah hat schon den Kessel über das Feuer gestellt und brüht gerade Tee für unser Frühstück. Wir haben einen anstrengenden Tag vor uns, Sleyghjin.“ Sie hatte es geschafft die Sorgen aus seinem Geist zu vertreiben und auch ihm ein Lächeln auf seine fein geschnittenen Züge zu zaubern. „Ohja, danke nochmal Liona. Ich möchte deine Gastfreundschaft nicht ausnutzen, also hoffe ich dir irgendwie zu Diensten sein zu können. Aber gut, …“ sein Magen knurrte lautstark und unterbrach ihn beim Reden. Beide konnten ein Grinsen nicht unterdrückten, dann setzte der junge Mann wieder fort „…lass uns jetzt runter gehen. Ich wette Mariah hat wieder ein wahres Festmahl gezaubert, nicht?“ Sie nickte und reichte Sleyghjin noch ein feines Hemd. „So, und jetzt wollen wir uns sputen, nicht? Ja doch!“ sie kicherte hell, ihn am Handgelenk packend und mit ihm aus dem Zimmer eilend.

Dort angekommen begrüßt Mariah die beiden freundlich mit einem Lächeln auf ihren Lippen „Ai, wie ich sehe ist der gute Herr wieder einmal aus dem Schlummer erwacht? Plagen euch noch immer Alpträume, Herr?“ Kurz blickte er zu Boden, nur um sich wieder die Bilder aus dem Traum vor Augen zu führen. „Nun, Alpträume würde ich es ja nicht direkt nennen, wisst ihr? Aber die wiederkehrenden Visionen machen mich einfach langsam irr. Ich weiß nicht welchen Sinn die Bilder haben sollen, und doch fühlt sich alles so bekannt an. Naja, was solls, ich hör meinen Magen knurren, das macht mir gerade mehr sorgen.“ Bei diesen Worten musste er wieder die Mundwinkel zu einem leichten Schmunzeln hochziehen, sogleich die hölzerne Lehne umfassend, um den Stuhl zurückzuziehen. Er nahm Platz, während die ältere Magd geschäftig durchs Zimmer eilte, und, so wie bereits von Sleyghjin vermutet, ein wahres Festmal auftischte.
Sleyghjin nahm riss sich ein Stück vom Brot ab und nahm sich auch eine Ecke vom frischen Käse, den Mariah am Markt zuvor erstanden hatte. Behaglich und in Gedanken versunken kaute er an den Speisen und spülte den Rest mit einem Schluck heißen Tee runter, fast sogar zu schnell, denn die dampfende Brühe war heiß wie es nur die Höllen des Yomi sein konnten. Liona, die ebenso am Tisch Platz genommen hatte, lachte hell auf als Sleyghjin nach kalter Luft ringte, während Tränen ihm in die Augen stiegen. Mariah war aber auch bereits wieder zur Stelle um sich um den seltsamen Gast zu kümmern. „Der Tee ist noch heiß, ihr solltet nicht so gierig sein, Herr. Oh… außerdem..“, dann wurde sie von Linoa unterbrochen, „..außerdem ist heute ein schöner Tag. Der Schneesturm hat aufgehört, man kann also auch getrost wieder rausgehen.“ Mariah nickte zustimmend „Ja, Li, aber wir sollten die Zeit nutzen um ein paar wichtige Besorgungen zu machen. Das Feuerholz neigt sich dem Ende zu, und außerdem sollten wir noch ein paar Einkäufe tätigen. Der Winter hat gerade seinen Höhepunkt erreicht.“ Sleyghjin, immer noch das Essen in sich reinstopfend, schaut hoch und guckte mit seinen rötlich schimmernden Augen zu Linoa, „Ich werde mich um das Feuerholz kümmern, alles was ich brauche, ist eine gute Axt und eine Wegbeschreibung. Ich glaube ich war schon lang‘ nicht mehr draußen. Wieviele Tage bin ich denn jetzt schon bei euch?“ Linoa war gerade wieder dabei sich in seinen Augen zu verlieren, als sie dann doch noch halt fand, und antwortete „Oh, ich glaube mich recht zu erinnern, dass wir dich vor knapp drei Monden in den Wäldern gefunden haben. Du warst .. „ sie kicherte plötzlich hell „.. du warst splitterfasernackt. Naja, jedenfalls haben wir uns Sorgen um dich gemacht, wir dachten, du würdest nie aufwachen. Dann nach einer Woche hast du die Augen aufgeschlagen und nach Ahana gefragt. Naja, und weil der Schneesturm in den letzten Monaten so gigantische Ausmaße annahm, konnten wir kaum raus ins Freie, geschweige denn ins Tal.“ Wieder nickte Sleyghjin.
„Ah, Herr, also wenn ihr uns behilflich sein wollt, kann ich euch eine Axt geben. Sie hängt in er Scheune. Nehmt euch auch einen dicken Mantel, ja? Dass der Schneesturm aufgehört hat, heißt noch lange nicht, dass das Wetter grandios wäre.“ merkte die alte Mariah an. Sie war gerade in ihren ‚besten Jahren‘ und sprühte trotz ihres Alters voller Energie. „Ich werde mich um die Zimmer kümmern, außerdem muss die Wäsche mal wieder gewaschen werden. Li? Ich denke du solltest einkaufen gehen, nur wenn du willst natürlich. Ich würde es auch selbst machen aber…“ Mariah lächelte, aber Linoa winkte ab „Ist doch kein Problem Tantchen.“ Kurz schaute der Gast der beiden Damen verdutzt hoch. Tantchen? Das war ihm neu, aber gut, damit wollte er sich jetzt nicht beschäftigen, und erhob sich, nachdem er alles verputzt hatte und das Knurren seines Magens verstummt war.

Er betrat die Scheune durch das Innentor, welches von dem Haupthaus direkt in den großen Abstellraum führte, in dem sich allerlei Gerät türmte. Die Axt war schnell gefunden, und auch die Kleider hangen gut verstaut im Schrank neben dem Haupttor. Flink war er in den dicken Mantel geschlüpft, der wohl aus Schafwolle gestrickt war. Ah wie schön es doch draußen sein musste, dachte er bei sich. Die ganze Zeit war er hier in immer den selben vier Wänden gefangen, und seine Seele verlangte nach mehr… nach Freiheit. Er erinnerte sich überhaupt nicht mehr an seine Vergangenheit, an seine Kindheit, an seine Jugend .. oder überhaupt seine Eltern. Das einzige was ihm blieb war der Traum und ein seltsames Pochen in seinen Gliedern, wenn er schlief. Es war für ihn gar so, als würde er des Nachts durch das Dickicht des Waldes schlüpfen um sich vor den Augen irgendeines dunklen Verfolgers zu verstecken. Aber gut, er spielte das jetzt als ’schlechte Träume‘ herab. Nicht mehr als ein Traumbild, das leider viel zu oft wiederkehrte, als es ihm lieb war. Naja, was auch immer der Traum ihm sagen wollte, Sleyghjin war zwar neugierig, aber bislang konnte er nie die Spur verfolgen, die ihn wohl eventuell zu Hinweisen führen konnte. Ah, er lachte hell auf, als er in die Sonne hinaustrat, und seine dunklen Lederstiefel im Schnee versanken, ob seines Gewichts. Der junge Mann war richtig froh endlich das Haus verlassen zu können. Tief durchatmend, streckte er sich, in der einen die Axt haltend, die andre zur Faust geballt. Ein fröhliches Liedchen pfeifend machte er sich dann gen Norden auf, sein Ziel, den Forst hinter dem Haus, aufsuchend.

graue wölfe WinterVor ihm tat sich ein schmaler Weg auf, obwohl die Bezeichnung eher unpassend für diesen Pfad war. Er war absolut zugeschneit, aber man konnte an den Bäumen halbwegs erahnen wann man vom Weg abgekommen war, der hier eigentlich unter der Schneeschicht zu finden wäre. Mehrere Minuten folgte er diesem Pfad, durch den weißen Polster stapfend, bis er dann schließlich auf einer Lichtung angekommen war. Hier fand er die Bäume, ob deren Holz Mariah ihn ausgesandt hat. Schnell waren große Baumstämme gefunden, die die Last des Schnees gefällt hatte, und er machte sich an die Arbeit. Gut, er war nicht besonders stark, aber er wollte es zumindest versuchen, da er nicht untätig im Zimmer sitzen konnte. Wieder schlich sich das fröhliche Lied, dessen Ursprung er nicht deuten konnte, über seine Lippen… doch dann… Kurz schien es um ihn herum dunkel zu werden. Er drehte sich herum, um sicherzustellen, dass er nicht vom Weg abgekommen war, und sich auch noch immer auf der Lichtung nahe des Weges befand. Doch als ob man ihm einen schweren Schlag versetzt hätte, wurde ihm klar, dass diese Sorgen mehr als minimal gegen das waren, worauf er sich jetzt vorzubereiten hatte.
Ein halbes dutzend rot glühender Augenpaare glimmten wie Kohlenstücke in den Schatten des Dickichts, und er vernahm bereits das Knurren der Jäger, die sich hier im Forst verwunderlich nahe an den Menschen aufhielten… Winterwölfe. Schnell waren sie aus dem Unterholz hervorgesprungen, und kreisten ihn ein, während er seine Axt fester umfasste. Sinnlos, dachte er bei sich, denn er war schwach, und die Axt würde ihn kaum vor sechs hungrigen Wölfen retten können. Zähnefletschend trat ein Winterwolf nach dem andren auf ihn zu, und glühte ihn mit seinen unnatürlichen Augen an. Sleyghjin schob langsam ein Bein weiter nach hinten, um besseren Stand zu suchen, während er den Stiel der Axt mit beiden Händen zu greifen suchte. Wie würde er lebend da wieder rauskommen?
Aus heiterem Himmel jedoch, ohne jegliches Vorzeichen, schob sich eine Wolke aus undurchdringbarer Dunkelheit zwischen ihn un die Wölfe. Der junge Mann fluchte und war total verwundert ob der Geschehnisse. Geistesgegenwertig duckte er sich nach unten, dann schallte ein Donnergrollen durch die Luft, und hinterlies nur den Geruch verbrannten Fleisches. Das Aufheulen des Wolfpacks war nicht zu überhören, jedoch flüchteten sie wohl in alle Himmelsrichtungen, sofern sie das noch konnten. Sleyghjin verlor nun aber das Bewusstsein. Es entglitt ihm schleichend, und wich einem ihm wohl bekannten Traum, und Müdigkeit hielt in seine Knochen Einzug.

… wieder dieser Traum …

Der Schneesturm flaute ab. Langsam sickerten die aufgewirbelten Schneeflocken zu Boden, und bedeckten die Spuren im weißen Polster. Im schwarzen Nachthimmel hangen glitzernde Sterne, Diamanten gleich, die vom fahlen Mondlicht beschienen wurden. Das Wimmern war nun deutlich lauter geworden, klang nicht weit entfernt. Den Blick zum Ursprung wendent erblickte Sleyghjin eine Einbuchtung in einem Hügel, der von dichtem Unterholz überwuchert war. Offensichtlich drangen die Klagelaute von unten herauf an seine Ohren, und so machte er sich daran seine Neugier zu stillen. Er bewegte sich lautlos, hinterlies keine Spuren und musste sich überhaupt nicht anstrengen, außerdem war ihm verwunderlicherweise nicht kalt, trotz des gerade endenden Blizzards. Doch dies hinderte ihn in keinster Weise am Erkundschaften seiner Umgebung und dieses … Tunnels.
Kaum hatte er einen Schritt in die dunkle Höhle getan, die gerademal hoch genug war, dass er darin kriechen konnte, verspührte er eine seltsame Wärme vom inneren Ausgehen. Ein Gefühl der Vertrautheit umfing sein Herz und schenkte ihm Frieden und Sorglosigkeit. Wo war er hier hingelangt? Diese Frage war schnell wieder aus seinem Geist gefegt worden, denn sein Blick fiel auf den kleinen Schreihals, der mit seinen Rufen versuchte seine Mutter auf sich aufmerksam zu machen. Sleyghjin betrachtete das kleine Tier eingehend. Ungewöhnlich. Er schien sich in der Gegenwart des kleinen Rackers, der wohl ein Fuchswelpe war, sichtlich wohlzufühlen. Der Mann legte sich sogar neben das Tierchen, das seiner Gegenwart offensichtlich nicht einmal gewahr wurde, aber kein Wunder, dachte sich Sleyghjin, war der junge Fuchs doch noch blind. Dort schlief er dann auch sogleich ein, und sein Geist füllte sich mit Dunkelheit, wie ein Blatt Papier, über welches Tinte verschüttet worden war.

Warme Sonnenstrahlen neckten die Augenlider des noch schlafenden Jungen, und er versuchte verzweifelt sich dauernd umherwälzend das Licht aus dem Blickfeld zu verlieren. „Irrtum… du stehst jetzt auf, Kit“ sagte eine tief brummende, aber gutmütige männliche Stimme, und eine warme Hand mit wurstigen Fingern rüttelte an Sley’s Schulter. „Wa-wa-warrrr….“ ‚krächzte‘ dieser, unfähig sich irgendwie verständlich zu machen. Dann schlug er widerwillig die Lider auf, ob der Sonne blinzelnd, und sah in die tiefdunklen Augen eines glatzköpfigen, langbärtigen Mannes, der sich über ihn gebeugt hatte. „Du hast dich wohl ein klein wenig verletzt, mein gutes Kindchen.“ Der Blick des Alten wirkte richtig besorgt, und mit der noch eben rüttelnden Hand vollführte er streichelnde Bewegungen über Sleyghjins Rücken. Doch halt. Was war das für ein seltsames Gefühl. Und was war das für eine verdammt seltsame Nase? Was zum Kuckuck? „Was macht ein so schönes Fuchstierchen wie du..“ .. Sleyghjin riss die Augen weit auf, und rang geradezu keuchend um Luft .. brachte aber nur ein Wimmern heraus. Sleys Helfer nahm den jungen, seltsamen Fuchs auf seinen Arm und trug ihn behutsam in seine kleine Hütte. Egal ob er es wollte oder nicht, er hätte auch nicht die Kraft dazu gehabt, irgendwas gegen seine Situation zu tun. Er war einfach nur ausgeliefert. „Mein Name ist Akino, kleiner Fuchswelpe. Und wer ist mein Gast?“ noch immer lies er seine weichen Finger durch das schneeweiße Fell des Füchschens gleiten, was das Herz des Kleinen sogar wieder ein wenig langsamer schlagen ließ. „Armer Kyubi. Die bösen, bösen Wölfe müssen dir wohl übel zugesetzt haben?“ Aus den tiefroten Augen des Albinofuchses war eindeutig zu erkennen, dass sich dieser gerade wieder an die grauenerregenden Szenen erinnerte… aber was war passiert? Warum war er jetzt im Körper eines kleinen Fuchses gefangen, dessen gesamtes Fell weiß war, außer den Ohren, Pfoten, einer schmalen Fellzeichnung von seiner Schnautze aus über seine Stirn hinweg und am Ende seines Schweifs. Innerlich brummte Sleyghjin, spührte etwas seltsames .. aber mit jedem Atemzug wiederum auch wohler in seiner Haut. War es die Anwesenheit des alten Akino, oder war er einfach nur wieder müde und hatte sich mit seiner Situation abgefunden? Es war egal, aber er fühlte sich einigermaßen sicher. Auf jeden Fall würden die Wölfe sicher nicht so nahe an diese Hütte herankommen, so hoffte er zumindest. Meister Akino hatte den kleinen Fuchs in ein für ihn vorgesehenes Körbchen gebettet, und ihn in eine samtene, wohlig warme Decke gehüllt. Sleyghjin konnte sich so endlich ein wenig von den Strapazen erholen. Der Alte hatte ihm außerdem die linke Hinterpfote verbunden, und ihm etwas zu fressen gegeben. Ja, eigentlich fühlte er sich mittlerweile wirklich wohl…

… oh, wie süß …

Der mildsüße Odem von Rosenblüten drang an seine Schnautze und neckte sie mit seinem lieblichen Duft. Als der kleine Welpe die Augen aufschlug und sich aus dem Korb heraushievte tat sich ihm ein mystisch-schöner Anblick auf. Akino hatte einen Kreis aus wundersam gefärbten Kerzen bereitet, der durchaus großzügig gezogen war und fast den ganzen Inkreis der Hütte beschrieb. Innerhalb des Kreises war ein hölzerner Trog mit heiß dampfendem Inhalt zu sehen. Der Geruch der Rosenblüten schien wohl von dort herüber zu kommen. Sleyghjins Gastgeber hatte seine Ärmel hochgekrempelt und war gerade damit beschäftigt heißes Wasser aus einem Bottich in den Trog zu schütten. Dabei schaute er zu seinem füchsischen Findelkind auf. „Na Kleiner? Wieder aufgewacht? Ich habe dir hier ein Bad bereitet, ..“ kurz huschte ein Lächeln über die Züge Akinos, ehe er seinen Satz ergänzte „Es wird dir helfen wieder Kraft zu finden.. und noch einiges mehr.“ Dann stellte der Alte den Bottich neben den größeren Behälter und schritt an ihm vorbei, zu dem Korb, in welchem der Fuchs hockte und aufmerksam zu den Geschehnissen blickte.

Sley war echt mehr als verdutzt, aber auch ein klein wenig neugierig. Er verfolgte jede Bewegung des Weisen mit aufmerksamer Wissbegier und ihm fiel erst jetzt wirklich auf, wie muskulös der Alte doch war. Akino musste einen dicken Baumstamm von hier nach Tin-Hia tragen können… er sah so zäh wie ein alter Bär aus. „Mh..“ irgendwie interessierte Sleyghjin dieser Gedankengang, doch nun stand der Weise wieder vor ihm und hob ihn aus seinem Korb hoch. Langsam und behutsam trug er seinen kleinen Freund zu dem Bad und senkte ihn in die Brühe aus Rosenblättern und heißem Wasser. Auuutsch! Ist das heiß! dachte er kurz bei sich, und er ertappte sich dabei wie er ein kaum hörbares Wimmern ausstieß. Die wurstigen Finger Akinos strichen sanft durch sein Fell an Sleys Kopf. „Beruhig dich doch, Kleiner. Wirst schon sehn.. es hilft dir.“ Der Trog war nicht sonderlich tief, und so konnte er sich ohneweiteres und unbesorgt hinlegen. Seine Instinkte zwangen ihn mehrmals dazu hochzufahren, aber schlussendlich gewann der menschliche Anteil seines Geistes die Oberhand, und er konnte sich endlich beruhigen. Dann kehrte Müdigkeit in seine Knochen ein, eine wohlige Taubheit, die seine Gedanken wie hinter einem Nebel verschwinden ließ…

… schlafe sanft, Kleiner …

Im Traum stand Sleyghjin auf einem verschneiten Hügel, in einer sternklaren, eiskalten Nacht. Der Nebel hatte sich auf den Boden gesenkt, sodass der Fuchs den Anblick des Mondes erhaschen konnte. Dann spührte er wie ein Ruck durch seinen Leib ging, der sich anfühlte, als würde etwas unter seiner Haut an die Oberfläche treten. Schließlich begann Sleyghjin zu wachsen… seine Züge wurden immer menschenähnlicher. Aus Pfoten wurden Pranken, aus Vorderbeinen wurden Arme… und er stürzte auf seine neugewonnenen Knie. Sein Kopf fiel in den Nacken, seine Augen weit aufgerissen den Mond einfangend……… dann brach er vorneüber zusammen, und das letzte Fleckchen Fell verschwand unter seiner menschlichen Haut…

… wach auf …

Über Akinos Züge breitete sich ein weiches Lächeln aus, welches selbst durch seinen buschigen Bart zu sehen war. Er griff nach einem Handtuch, und Kleidern, die er schon vorbereitet hatte. Sein Blick lag auf dem Gesicht des jungen Mannes, der da nackt in seinem Badetrog schlafend lag. Er hatte Sleyghjin dabei beobachtet, wie er in den Schlummer fiel, und langsam .. mehr und mehr .. seine Gestalt veränderte. Wie er langsam zu wachsen anfing, und sein Körper doch wieder zusammensackte. Akino wusste natürlich wer sein Gast war, auch wenn dieser es selbst nicht ahnte… oder zumindest vergessen hatte.

… damit war der Schläfer erwacht …

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1 comment for this entry:
  1. Baby Erstausstattung

    Ich mache mal ein nettes Kommetar zu diesem aufschlussreichen Artikel und freue mich sehr, wenn Sie das selbe machen würden. Viele nette grüße aus dem traumhaften Österreich

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15:04 25.01.2009

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