Fallen Lands

Rascaroth Trazzak – Heerführer und Erste Ritter des Ordens

by on Feb.06, 2009, under Paladin

PaladinDie Morgendämmerung hatte schon begonnen, die Schatten der Nacht zu vertreiben und wiedermals das Land im kalten, öden Herbstschein erstrahlen zu lassen.
Den Weg hinauf zwischen den Feldern der großen Stadt trappelte ein einsames Pferd mit seinem Reiter, denn keine Menschenseele war bisher weit und breit zu sehen. Die Gestalt, gehüllt in eine prächtige Rüstung, verdeckt vom goldbraunen Umhang, welchem man das launische Wetter nur allzu gut ansah, hielt die Zügel locker in der Hand und die Augen waren halb geschlossen. Es wirkte, als würde der Reiter auf seinem Pferd schlafen können.
Nach einigen Minuten des Halbschlafes, als Rascaroth ein kleines Wäldchen erreichte und sich Schatten über seine Augen senkte, schaute er wiederholt auf und liess seinen prüfenden Blick durch das Gelände schweifen. Es war wie immer. Trist und Öde verlief das Leben hier, es wirkte wie ein sich immer wiederholender Tag, welcher nie ein Ende zu haben schien.

Kurzzeitig, als ein lautes Knurren aus dem Gebüsch ertönte und eine Bande von 3, scheinbar noch allzu jungen Orken heraussprang, war seine Aufmerksamkeit von der ewigen Langeweile abgelenkt und behende, ohne ein Wort zu verlieren, fand die mit der rechten Hand geführte Lanze überraschend sein erstes Ziel, bevor die stumpfsinnigen Orken reagieren konnten, und die linke Hand holte zu einem Schlag mit dem Bastardschwert aus, wonach der zweite Orken fiel. Zu allerletzt flüchtete der übrig gebliebene und zweifelsohne sehr überraschte Ork zurück in die Büsche. Doch ein Wurfdolch fand auch ihn.

Der Ritt führte sich durch die endlosen Schleifen der kargen Zeit weiter.
„Normalerweise war so früh am Morgen solch eine Waffenübung nicht nötig“ sagte sich Rascaroth mit einem spitzbübischen Lächeln auf den Lippen, welches sein von Sorgenfalten zerfurchtes Gesicht direkt um einige Jahre jünger wirken liess.
Nach all den Schlachten und Scharmützeln gegen die Orken, wusste er, dass nichts gegen sie helfen würde, ausser sie zu bekämpfen. Hätte er den Ork ziehen lassen, hätte er sich an dem nächsten Wandersmann vergriffen. Doch der Weg zum ewigen Frieden konnte nicht ohne das schnell geführte Schwert erreicht werden. Ein leichter kühler Herbstwind setzte ein und striff lose, braun vergilbte Blätter aus den Bäumen, welche dann in einem berauschendem Tanz gen Boden fielen.
Nachdem Rascaroth sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht gepustet hatte, und sein Blick weiter der monotonen Landschaft folgte, dieser schier endlosen Straße auf seinem treuen Pferd, so wusste er doch, dass er jedesmal wieder in der Hauptstadt des Königreiches ankommen würde. Jedesmal würde er wieder zur großen, stolzen Feste seines Ordens zurückkehren, die Ritter im Kampf unterweisen, wie sie selbst es dann den Knappen zu zeigen hatten. Die allwöchentlichen Großübungen mit allen kämpfenden Mitgliedern des Ordens versammelt, würde er aus schlichter Routine leiten, obwohl ihm seine fehlende Begeisterung nicht anzumerken war, machte er sich ja mit scheinbar großen Eifer an diese Aufgabe.
Anschliessend würde der Segen gesprochen werden und der Orden würde, in Kompanien unterteilt, einen Ausritt durch das Land unternehmen, er selbst mit dem jungen Ordensführer Kaladesh Androsian an seiner Seite.
Er wusste schon vollends, wie diese Woche verlaufen würde, und es schien ihn allmählich anzuwidern, diese schlichte, triste Welt, in dem der Kampf gegen das Böse obwohl vermehrter Anstrengungen keine Fortschritte nahm und alles im ewigen Gleichgewicht zu liegen schien, nur zeitweise langte das Chaos mit seinen Armen nach der Herrschaft, um das Land durch seine grausigen Truppen zu ergreifen, doch immer wieder blockten sie ab, immer mit mehr Eifer, immer mit weniger Erfolg.
Das erste Mal seit Jahren wünschte Rascaroth sich Taten. Taten, welche ihn aus diesem Trott herausheben würden und ihn der Wirklichkeit ausliefern würde.

Viele Jahre lebte er nun hier auf diesen Inseln, seine Kraft wuchs immer noch stetig, aber langsamer wie zuvor. Er erinnerte sich daran, wie er einst in den staubigen Büchern Randals oben auf dem Dachboden der Bibliothek blätterte, wo Randal ihm versuchte, die Welt zu erklären. Doch erst später erkannte Rascaroth, dass auch Randal an dieser Aufgabe gescheitert war. Viele Freunde, an deren Seite er stand, fand er im Verlauf seines Lebens und auch jetzt schon stärkte Rascaroth sich mit dem Schwert, doch wusste er nicht, dass es später so wichtig werden würde, dies einzusetzen. Visionen traten zu dieser Zeit ein, Visionen, dass er noch eine Rolle spielen würde im Verlauf dieser Welt, irgendwo, wenn auch nicht hier. Etwas dunkles spähte durch ihn, fasste Präsenz von ihm, etwas altbekanntes, und es liess sich nur durch ein Wort beschreiben: Furcht.
Die Zeit kam, als die meisten seiner Freunde, dem Orden der dunklen Templer, sich voneinander abwandten und ihren eigenen Weg gingen.
Nur zu Thandor hielt Rascaroth noch viel Kontakt, oft zogen sie gemeinsam durch die Lande um sich mit vereinter Kraft dem Bösen entgegenzustellen. Dann wurde er gerufen. Seine Hilfe wurde benötigt. Das Heimatland, dessen Erbe er war, schrie nach ihm, denn Randal hatte sich abgewandt von dem Land, das er einst rettete.
Zusammen mit den mutigsten Männern des Landes, unter anderem seinen Freunden Thandor und auch dem Führer der ehemaligen dunklen Templer, Larken, machten sie sich auf dem Weg, dem bösen entgegenzustellen.
Viele Gefahren durchstanden sie, doch sie besiegten den Fürsten der Dämonen, wenn auch auf eine Weise, die ihnen nicht bekannt war.
Aus Rascaroths Auge kullerte eine Träne langsam die Wange hinunter, wusste er doch, was aus Runin geworden war, und um was ihn sein Volk gebeten hatte, einen Gefallen, dem er nicht nachkam und weswegen viele der stolzen Menschen seines Landes fallen mussten.
Er ging trotz der Bitte zu bleiben, zurück gen der Inseln, um auch dort dem Land zu ewigem Frieden zu verhelfen und so trat er der Königlichen Garde bei.
Rücken an Rücken standen er und Thandor oft im Land, die grausigen Schatten, welche versuchten Besitz von allem zu ergreifen, zu vertreiben, zwei Meister des Schwertes, welche sich perfekt in den Kreuzungen und Wirbeln ihrer Klingen zu ergänzen schienen.
Thandor selbst wurde großer Paladin, Diener des höchsten Gottes Arazels, nicht ohne einen großen Preis zu zahlen; denn er lag nach einer Wunde viele Wochen im Bett und drohte zu sterben. Seine Freunde, Rascaroth sowie die ehemaligen Templer wachten Tag um Tag an seinem Bett.

Eine Zeit kam, wo sein Volk nach ihm ruf und er wurde viele Jahre König Runins, das Böse wich aus dem Land, regierte er doch gütig, doch mit eiserner Faust forschte er nach dem Bösen und versuchte es auszurotten, nicht bemerkend, dass es sich in seiner Nähe befand. Und als er dem Thron seinem besten Freund Torkas übergab, bemerkte er zu spät, dass dieser eine Maske des Bösen zu sein schien und sich ewige Dunkelheit über Runin senkte.
Rascaroth Trazzak selbst schien auch an Macht hinzu zu gewinnen, so trat er dem Orden der Morgendämmerung bei und alsbald war er der Heerführer und Erste Ritter des Ordens.
Eine neue Generation schien heranzuwachsen, auch stolze Männer erfüllten das Land, doch alle mit dem Makel des einen behaftet, dem Makel ein Mensch zu sein und das stolze Blut ihrer Erben verdünnte sich immer mehr.
„die Alten“ zogen sich zurück, nur noch selten sah Rascaroth Thandor, Larken oder sonstige seiner Freunde, waren sie doch des Kämpfens müde.
Ein tiefer Seufzer lang über Rascaroths Lippen, als er sich der alten Zeiten erinnerte. Nicht leichter als diese, doch gab es immer wieder Momente, in denen man wusste, dass es sich lohnte dafür zu leben.
Dieses Gefühl hatte er nicht mehr. Schon gar nicht mehr, nachdem er wusste, dass die Geister Runins nach ihm forschten und ihn zur Rechenschaft ziehen wollten. Er war nicht länger der Erbe des Königs und der Blutlinie Aticâlrons, des guten, hatte ihn seine Schwäche doch verraten. Während Rascaroth dahinritt, merkte er gar nicht, wie sich die Türme der Feste langsam aus dem ewigen Nebel der Welt hervorzuheben schienen, kalt und eisern hafteten sie in dieser Landschaft, schienen nicht einnehmbar und eine Stütze des Volkes zu sein; aber auch sie waren behaftet mit dem Makel, dem Makel, dass auch sie eines Tages die Arme des Chaos verschlingen werden.

Rascaroth Trazzak 03.08.2002 Fallen Lands – Ultima Online

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15:04 25.01.2009

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