Fallen Lands

Micos Aladron – Der Kodex des dunklen Blutes

by on Feb.27, 2009, under Fallen Lands allgemein

Mond Nacht VesperDie Nacht dämmerte über dem leeren Vesper. Kaum wer traute sich mehr her. Obgleich die Belagerer nach langen blutigen Kämpfen endlich besiegt wurden, war der Schrecken und die Erinnerungen zu schmerzhaft für die meisten Bewohner der Inseln. Es war still, fast schon zu still. Die letzten Müden Möwen zogen ihre Runden lautlos über dem Meer und suchten ihre Nester auf, während die alten, verwahrlosten Schiffe wie schwebend im Wasser. Das Holz arbeitete knartschend und es schien für Wanderer wohl eher gespenstisch als Entspannend.
Die Felsbacher Belagerung hat einiges geändert, was sich wohl niemand gewünscht hatte.
Alte Palisadenreste, abgebrochen und angekohlt waren überall und vertrocknetes Blut, welcher der Grosse Regen nicht wegspülte, klebte überall. Jener Bewohner schmerzte die Erinnerung, die es interessiert…

Micos saß in seinem dunklem ledernen Rüstzeug und hielt eine Feder in der Rechten Hand, aus welcher pechschwarze Tinte auf ein Stück Pergament tropfte auf dem einiges bereist niedergeschrieben war.

Micos lehnte sich entspannt nach hinten und verschränkte die Arme vor der Brust, und sah zuerst mit nachdenklichen Blick zu Linguar, welcher sich nachdenklich durchs Haar fuhr und undeutlich vor sich her murmelte; dann wanderte der Blick zu Filop, welcher inzwischen das Schwarzstein Schwert aus der Scheide gezogen hatte und damit beschäftigt war das Schwert von vertrockneten Blutspuren zu reinigen.

Im Süden der Stadt waren einige leere Geschäfte, welche die schweren Kriegsgeschosse verschont hatten. Die Fenster waren vernagelt und blutverschmierte Wände zierten die Außenseiten. Es wurden verschiedene Namen mit dem Blut geschrieben und es schien beinahe so als seien die Namen die Blutspender…
Nur im inneren, von außen nicht wahrnehmbar schien etwas anders..
Dort im Keller saß Micos Aladron mit seinen Engsten vertrauten. Nur vom Fackelschein erhellt, saßen sie an dem langen Tisch. Filop Rodes, Krieger und starke ausführende Hand, hatte die Beine auf den Tisch gelegt und entspannte seinen Alten Körper bei einem Krug Wein, während Linguar einige Pergamente vor sich hatten und Micos mit seiner ruhigen, fast monotonen Stimme einige Dinge erklärte.

Micos strich sich mit einigen Fingerspitzen nachdenklich durch das bereist vernarbte Gesicht und begann sich kurz zu räuspern.
„Wir kommen so nicht weiter… „. Linguar und Filop sah zu Micos während er sein Gespräch fortsetze. “ Unsere Bestreben. Wirken wirkungslos… die Schatten scheinen mehr mit sich beschäftigt… unser feines Werk der Zahnräder steht still. Ed scheint zu viel passiert… ich war lange fort….aber… war das ein Grund das Zahnrad zum stehen erlangt?…“ Micos Blick verdunkelte sich einen Moment. “ Freunde…. was ist los?…“
Linguar erhob die Stimme eher zögernd und sprach dann gewohnt monoton „hm…Es veränderte sich viel… es ist nicht mehr so wie einst….wo du hier warst….hm..“ Er zögerte erneut und suchte die richtigen Worte während Micos ihn mit gewohnt ruhiger Miene und stechendem Blick ansah. “ Viele Gilden zogen sich zurück. Gotara ist der Pest zum Opfer gefallen und die Belagerung hat ihre Narben hinterlassen…. es ist ruhiger gewordne auf den Inseln…“. Micos nickte verstehend und nutze den Moment der Still um seine Gedanken zu ordnen. Dann erhob er die Stimme auf ein neues. „hmm… dann ziehen wir uns zurück.. alle… “ Seine Stimme klang für Fremde wohl ruhig wie immer, aber Linguar und Filop verstanden die scharfe Betonung und Filop begann sein Schwert wegzustecken und seinen müden Körper Richtung Taubenstall zu schieben während Linguar zum Regal ging und Pergamentrollen hervorholte welche er auf dem langen Tische ausbreitete.
Filop begann mit einem Kohlestück auf einige abgerissene Pergamentfetzen kurze Nachrichten zu schreiben und sie etwas ungeschickt an die aufgeschreckten tauben zu stecken und diese durch den stilgelegten Kaminschacht hochsteigen ließ.
Linguar erklärte Micos währenddessen auf einigen Karten und Berichten der Informanten , welche auf er Insel überall verstreut waren, wie die momentane Situation der Gilden und Rassen beschaffen war.

Die anderen nickten und Loniak erhob seine tiefe Stimme: „Micos… wie kommt der Wandel? Ich habe nicht damit gerechnet…“Micos unterbrach ihn mit einem Handzeig. „Loniak…sieh es dir an.. unser Nest verwahrlost….die Ratten spielen hier schon fangen…und wir sind nur untereinander unterwegs..und nicht mehr miteinander..die Zeit hat vieles verändert…“

Micos AladronFilop legte die Beine wieder hoch und Aracon hörte Micos mit einem angespannten Blick zu Linguar. Jener hatte sich zum Regal aufgemacht und begann einige verstaubte Rollen herauszuwühlen.“Hmm…“.Micos verzog das von Narben gezeichnete Gesicht erneut nachdenklich.Plötzlich murmelte er , ohne den Blick starrend vor sich abzuwenden: „Wir sind die Schatten der Verdammten. Ein Leben ausserhalb des Normalen….weit ab der Moral…tragen wir unsere Lasten durch die Nacht“ Loniak und die anderen blickten nun etwas verwundert zu Micos. Er hingegen murmelte weiter: „Die Regeln des Mondes zu Staub zerfallen… Gehen wir von nun an den Pfad des dunklen Blutes. Der Kodex der Verdammten.“. Filop musste schmunzeln , denn diese blutigen Ausdrücke erinnerten ihn an seine Zeit aus dem Söldnertum. Loniak´s Miene verzog sich nur einen kurzen moment und es schien ein schwaches Funkeln in seinen Augen sichtbar. Das Funkeln das er bekam wenn er seine Opfer erspähte.Linguar nickte nur schweigend und Micos setze seinen Monolog mit ruhiger Miene fort , während er mit duchdringenden Blicken in die kleine Runde seiner Vertrauten sah. „Das Leben zu nehmen und Leben zu richten….nicht unser Ziel…aber beseitigen der Hürden….dienlich.“ Dieser Satz schien Loniak besonders zu gefallen , da seine Hand wie in Gedanken an sein Kurzschwert wanderte und er den Griff fest umschloss. „Die Aufgaben welche die Masse nur dem Abschaum zutraut….erledigen wir….mit Stil…! Unsere Arbeit unterscheidet uns von gewöhnlichen Räubern und Dieben!“ Micos sah mit ernstem Blick zu Filop , und dieser murrte nur etwas verärgert, blieb jedoch stumm. “ Loniak…. Aracon….“Die beiden sahen auf und deuteten einen Salut an. „Raus in die Nacht….sucht uns eine Neue Umgebung… und neue Plätze…ihr habt ein Gespür dafür…“Micos lächelte und die anderen wussten das er etwas vor hatte. Mit einem knappen Nicken zogen die beiden Vertrauten die Roben über und zogen über die versteckt angelegte Steintür in der Ecke hinaus in die Nacht. „So…und nun zu euch….“ Beide schauten etwas ratlos drein. “ Filop ziehe hinaus und sieh dich nach geeignetem nachwuchs und Verstärkung um..aber bewahre deine Identität… nur beobachten…komme heute Abend zurück und erstatte mir bericht ….mein alter Freund.“ Micos lächelte einen Augenblick lang fast freundlich. Filop nickte , legte einen teil der Schweren Platin Rüstung an und stapfte gemächlich durch die Steintür hinaus in die Nacht. Micos ging zum ausgedienten hohlen Schornstein und sah hinauf zum bewölktem Himmel. “ Es wird bald der Tag anbrechen…. treiben wir es voran…“Micos schmunzelte etwas. „hm…“Linguar wirkte misstrauisch. „Linguar… du hast mich gut vertreten…und darum möchte ich das du die Planung der heiligen Hallen mit Ark Detrium. Er ist jung aber sehr begabt… nehme dich seiner an und sei ihm ein guter Lehrer. “ Ja Micos…das werde ich,…darauf gebe ich dir mein Wort als Edelmann“. Micos schmunzelte und griff nach einer Fackel die an der Wand hing und stellt sie an ein Seltsames Metallgestell das in der Mitte des Tisches war. Er ging herum griff aus dem Regal ein Fass mit Tinte und einige Federn und griff im vorbeigehen mit der Freien Hand den Wasserschlauch der an der Wand hing und stellte alle Dinge auf den Tisch. Micos stellte einen schlichten Silbernen Krug dazu und begann sein großes Schreibwerk zu beginnen. Linguar hingegen nickte nur , da er wusste das es besser ist Micos nun in Ruhe zu lassen und griff nach seiner Bardische und zog ebenfalls durch den steinernen Geheimgang nach draußen.

„Unsere Ideen….unsere Arbeit kann so nicht weitergehen…“Micos hob das Pechschwarze Buch hoch in welchem in blutiger Schrift „Satzung des Mondes“ stand und begann es mit ruhiger Miene über die Kerzen zu halten , welche auf dem Tisch verteilt waren um die Karten lesbar zu machen. Im Schein der Kerze und des brennenden Buches , wirkte Gesicht plötzlich gespenstisch kalt und berechnend. Micos sah wie gebannt auf das Buch und ein knappes lächeln zeigte sich als das Buch so ziemlich bis zur Unlesbarkeit verbrannt war. Er war das Buch auf den boden , dämpfte das Feuer mit einigen gezielten Tritten ein.
Filop dreht sich ruckartig als er den Geruch von verbrannten Papier vernahm und schaut sichtlich verwundert und runzelte die ohnehin schon faltige Stirn noch weiter.
Auf der anderen Seite knartschte die steinerne Geheimtür und Loniak und Aracon traten herein traten herein. Ihre Blicke fixierten sich sofort auf das noch glimmende Regelbuch und Aracon konnte seine Verwirrung nicht verbergen. Die beiden setzen sich schweigend und schauten etwas verwirrt zu Linguar und Filop , jene Zuckten nur die Schultern während Micos das Buch aufhob und auf den Tisch warf. Micos streifte sich eine Strähne aus dem Gesicht und schaut einen Moment schweigend in die Runde. Filop lehnte am Taubenstall während sich die anderen an den langen Holztisch gesetzt hatten und schweigend zu Micos sahen.
„hmm..“. Micos sah nachdenklich auf das Buch. „Wir müssen etwas Ändern… unsere Aktivitäten beschränken sich immer mehr..unsere Gemeinschaft wird zu reinen Nutzfreundschaften…und das ist nicht mein Ziel gewesen…“. Die Anderen nickten still.
„Vesper ist tot……die Stadt hat keinen Nutzen mehr für uns. Wir sollten uns woanders niederlassen……und überhaupt..der Name …wir müssen verschwinden..und spätere Zeitpunkte nutzen um aus dem Schatten zu treten.“. Erneut nickten die anderen nur Stumm.
„Wir legen unseren Namen ab…. und verschwinden aus dieser untergehenden Stadt…“
„ich weiss nicht so recht…“warf Linguar ein. “ Was schlägst du vor?“
Micos schmunzelte als ihm ein Einfall durchströmte. „Ach….“sagte er ruhig.“ Unsere Ziele…. Arbeiten erledigen., welche jene andere Abschreckt… Diebstahl und Gezielte Einbrüche… beschaffen jeglicher Informationen…nur alles etwas geordneter….. wir brauchen mehr Disziplin…und… unsere Art des Söldnertums und Meucheln… ähnelte eher einem Haufen Räuber..als unseren Mitgliedern… Eleganz…..tödlicher Stil…soll unsere Wichtigste Regel werden…. wir sind anders.. „Micos schmunzelte und sah auf das alte Regelwerk.
Neues Aussen herum… und das Innere nur verfeinert…. und nicht alles ändern…“

Micos zog ein hölzernes Brett heran welches ihm als Lineal diente und begann das neue Regelwerk zu verfassen:

Der Kodex des dunklen Blutes

  1. Jeder der Verdammten hat sich an den Kodex zu halten. Jegliche Verstöße werden mit Strafen vom Anführer geahndet und führen bis zur Hinrichtung.
  2. Das Wissen der Gemeinschaft und Bewahrung der Identitäten werden unter allen Umständen bewahrt und mit dem Leben geschützt.
  3. Alle gestellten Aufgaben werden durchdacht ausgeführt und mit dem Anführer besprochen
  4. Wir sind ein komplexes Werk aus vielen kleinen Teilen und Zahnrädern. Nur Zusammen können wir erfolgreich das Laster der Verdammten überleben.
  5. In der Öffentlichkeit gilt das Gesetz der Maskerade: Verstelle dich um zu überleben.
  6. Der Gruss der Schatten und ihre Erkennungszeichen sind niemals abzulegen und immer mit Vorsicht zu verstecken.
  7. Beseitige all jene die uns Schaden oder unsere Maskeraden entdecken , jedoch zeige sie vorher dem Anführer und lasse ihn richten.
  8. Achte die Befehle des Anführers
  9. Greife nie zuerst an. Es gefährdet deine Maske. Provoziere in Grenzen und verteidige nur.
  10. Zusammenkünfte der Gemeinschaft sind immer ernst zu nehmen und die Anwesenheit ist bis auf wenige Ausnahmen Pflicht!

Nach einigen Stunden arbeit legte Micos die Feder beiseite , zog einen Kohlstift hervor und begann einige seltsame Markierungen an jede Ecke des Pergamentes zu zeichnen.
Nachdem er das vollendet hatte , legte er alles beiseite und hob das Pergament vorsichtig an um es durch den Fackelschein hindurch zu betrachten. Micos nickte knapp und legte das Pergament an das Ende des Grossen Tisches zum trocknen. Er öffnete den Wasserschlauch und begann sich en Krug reichlich einzuschenken um sich bei einem Anschließendem Schluck neue Gedanken zu holen und alte zu Sortieren. Er lehnte sich zurück und legte die Füße auf den Tisch und begann weiter nachzudenken. Die schlichten tiefschwarzen Lederstiefel, die mit fremden, blutroten Zeichen versehen waren, schimmerten seltsam im Fackelschein. Er atmete tief durch die Nase ein und aus und die Fackel auf dem Tisch brannte weiter knisternd herunter. Plötzlich war ein leises gurren aus dem Verschlag des Kamins zu vernehmen und einen Moment später stapfte eine kleine schwarz-weiße Taube auf dem Fußboden entlang. Micos sah zu der Taube und ein schmunzeln umspielte seine ruhige Miene. Ein kurzer , gedämpfter Pfiff genügte und die Taube gelang mit einem Satz auf den Tisch und stapfte über Micos Beine auf seinen Bauch , wo Micos bereist eine hand bereit hielt um die Nachricht zu entfernen. Nach einem kurzen weiterem pfiff verschwand die taube wieder wo sie gekommen Pergament Kodex des Bluteswar durch den Kamin verschlag nach oben. Das Pergament war gilb und es klebte leicht angetrocknetes Blut an den angerissenen Rändern. Er rollte die Nachricht schmunzelnd auseinander und las den Inhalt murmelnd. Micos zerriss die Nachricht und warf die Stücke in Richtung der lodernden Flamme. Das Trockene Pergament durchstreifte die Flammen und fing sofort Feuer. Es verglimmte auf dem Tisch während Micos Aladron aufstand und zum Gildenstein trat. Langsam striffen seine Hände die pechschwarze, mit blutverschmierten Runen und Zeichen verzierte , Kugel entlang , welche auf dem Gildenstein emporragte und schloss einen Moment schweigend die Augen. Nachdem alles weitere für die Zukunft ins Rollen gebracht wurde………wird viel passieren……Nur was es ist….weiss niemand….

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15:04 25.01.2009

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