Fallen Lands

Valdar : auf dunklen Pfaden – Wächter des Baron

by on Dez.19, 2009, under Fallen Lands allgemein

Arthurius, Schriftrolle über Valdar

Es war sehr still geworden in der kleinen Kammer. Schon seit einer guten halben Stunde war kein Laut erklungen, der einen schwachen Widerhall an den nahezu kahlen Wänden hätte erzeugen können. Völlig ruhig saß Arthurius auf der Pritsche, die mit einem kleinen Beistelltisch, einem Hocker und einem klobigen Holzschrank die gesamte Einrichtung der Kammer bildete und starrte auf die leere Wand vor sich. Neben ihm auf der sorgsam gefalteten Bettdecke lag eine aufgerollte Schriftrolle.
SchriftrolleIrgendjemand hatte sie ihm auf dem Gang in die Hand gedrückt und er hatte sich in seine Stube zurückgezogen, um sie zu lesen. Nun saß er reglos auf dem Bett und dachte an den, der diese Zeilen geschrieben hatte.
Ewig hatte er von Valdar nichts gehört, und noch länger hatte er ihn nicht gesehen. Nicht selten wollte er schon an das Schlimmste denken, doch jedes Mal vertrieb das Vertrauen in Arazel, der bestimmt seine Hand über Valdar hielt, die größten Sorgen. Es musste ihm einfach gut gehen – und doch hatte nicht einmal Ariana gewusst, wo er sich aufhielt…
Ein langer Seufzer durchhallte den kleinen Raum. Arthurius streckte wie versteinert die Hand aus und zog die Schriftrolle abermals auf seinen Schoß. Die Streiter des Lichts hatten einen weiteren, großartigen Kämpfer verloren, sowohl reich an Stärke, als auch an Geisteskraft. Kandor und Siegem waren nun die letzten, die Arthurius mit Erinnerungen an die Streiter des Lichts verband – und natürlich Isgrimnur, der unermüdliche Schmied. Würden sie das Loch füllen können, das Valdar ihnen hinterließ? Für einen Moment fühlte Arthurius eine starke Sehnsucht, einfach den Umhang des Ordens abzuwerfen, und seinen alten Freunden zur Unterstützung zu eilen, doch ebenso schnell vergaß er jenen Gedanken wieder. Siegem und Kandor waren fähige Männer, sie würden es unbedingt ohne ihn schaffen. Arthurius hoffte nur, dass man ihm eine kurze Botschaft zukommen lassen möge, wenn man seine Hilfe brauchte. Er wandte sich wieder Valdars Brief zu. Immer wieder glitten seine Blicke über die eine Zeile:
„Was bin ich Arazel noch wert? Ein nichts, ein Niemand ist der Schäfer, der sich um seine Schafe nicht kümmert.“

Vorsichtig strich Arthurius mit dem Finger über die Buchstaben, als wollte er sie so vom Papier entfernen.
„Du fragst dich, was du dem Herrn wert bist“, murmelte er leise. „Alles, alles bist du ihm wert. Wenn nur ein einziges Wesen auf dieser Welt dich zu lieben imstande ist, so ist dein Wert im Angesicht des Herrn mit Worten nicht zu fassen.“
Der Gedanke schmerzte, dass sein erster und bester Freund nun irgendwo umherirrte und seinem Leben womöglich von Tag zu Tag immer weniger Wert zumaß. Nicht einen Hinweis, wo er zu finden war, hatte Valdar hinterlassen, doch Arthurius war sich sicher, dass sich ihre Pfade eines Tages ganz sicher noch einmal kreuzen würden – wenn vielleicht auch nicht in dieser Welt.
Ein flüchtiges und kaum erkennbares Lächeln trat auf Arthurius‘ Züge. Valdar und er hatten viel zusammen durchgemacht, und so, wie aus Arthurius allmählich ein erwachsener, selbstständiger Mann geworden war, so war auch Valdar sehr gewachsen. Er würde auf sich aufpassen, so wie auch Arazel seinen Segen über ihn halten würde.

„Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich“, murmelte Arthurius nur noch leise.

Dann nahm er die Schriftrolle, band sie sorgsam mit dem seidenen Band zusammen und legte sie in die einzige Schublade des Nachttischchens neben sich.

Valdar’s Bruder Haidron und der Wanderer

Fantasy WaldDa ritt Valdar nun, schon einige Monate, war es her, seit er die Inseln verlassen hatte. Mit vielen Schiffen war er in dieser Zeit gefahren und lange umhergeritten, seit er das Reich der mystischen Inseln verlassen hatte. Doch in keiner Stadt und keinem Dorf konnte oder wollte ihm jemand etwas über Haidron erzählen. Entweder mochte ihn nur niemand, oder aber er….nein, das wollte Valdar nicht glauben. Zuletzt war er in einem kleinen Ort, in dem kaum mehr als 100 Seelen wohnten.
Die Bewohner hatten ihm den Pfad zur nächsten grösseren Stadt gewiesen, angeblich 30 Wegstunden zu Fuss durch einen Wald, aber es sei ein Pfad, wenn man genau hinsehe. Valdar packte für 3 Tage Proviant ein, der Meinung, mit seinem guten Pferd werde er es schaffen. Nun waren kehrte der Nachmittag des 3. Tages Valdar den Rücken und die Sonne ging langsam und leuchtend im Westen wie ein roter Feuerball unter.
Valdar kam zu einer Weggabelung, am Rande sass ein in grau und braun gekleideter Mann und aß etwas, beinahe hätte Valdar ihn übersehen. Er brachte das Pferd knapp neben ihm zum Stehen. „Seid gegrüsst, Wanderer!“ sagte er, ihn vom Pferd aus betrachtend. Wanderer….ob das wohl die richtige Bezeichnung für den kleinen Mann in seinen Lumpen, wie Valdar nun erkannte, war? Dreckig war er, mit Zerzaustem Haar, einem ungepflegtem Bart, ein diebisches Gesicht mit kleinen, hinterhältigen Augen und einem fiesen lächeln, das das dreckige Gesicht nicht schöner erschienen liess…
Hätte Valdar ihn nicht gleich mit „Bandit“ ansprechen sollen? Er Kerl schaute böse grinsend herauf. „Grüsse, der werte Herr“ würgte er hervor, und dennoch klang es so freundlich und ehrerbietig, wie Valdar es nur von Isgrimnur kannte. „Was führt euch hier her, edler Herr auf stolzem Ross?“ „Ihr würdigt mich zu hoch, Wanderer“ Valdar benutzte wieder diese Anrede, obwohl seine Intuition ihm sagte, dass die andere die richtigere gewesen wäre.
„Meine Angelegenheiten sind die meinen, doch ich würde euch bitten, mir den Pfad nach Agora zu weisen. Ich wollte dort schon längst eingetroffen sein.“ sagte Valdar in einem Ton, der zwar freundlich klang, aber so, dass der „Wanderer“ doch besser kein zweites mal nach Valdars Interessen fragen würde, wie Valdar sich erhoffte. Der Bandit bedeutete ihm den Weg, den er zu reiten hatte, und meinte, es wären nur noch etwa 2 Stunden zu Fuss bis man die Stadttore sehen kann. So allmählich fragte sich Valdar, ob er den Mann nicht doch falsch eingeschätzt hatte.
Schon im Davonreiten drehte er sich noch einmal um:“Ihr kennt nur zufällig einen Magier namens Haidron, oder?“ Der Wanderer machte grosse Augen und starrte ihn entsetzt an. „Nein, werter Herr, ich habe nie von ihm gehört, Sire“ stammelte er. Sei Gesicht war angsterfüllt, schon alleine der der Name schien ihm die Gänsehaut auf den Rücken zu treiben. Valdar kam wieder näher an ihn heran. Der ängstliche Kerl war aufgestanden, und doch schaute Valdar noch von weit oben auf ihn herab. Valdar’s Blick durchdrang ihn förmlich, mit grossen, weit aufgerissenen Augen sah er ihn. Valdar schien seine Ehre und seinen Stolz, mit dem er sonst durch die Lande schritt, verloren, und dafür etwas anderes gewonnen zu haben: etwas, das dem Mann Angst machte.
„Wo ist Haidron?“ fragte Valdar. Der Bandit wich zurück, als sähe er den von ihm scheinbar so gefürchteten Haidron persönlich vor sich. „Ich, ich….ich weiss..es nicht“ stammelte er. Valdar stieg ab. „Sagt es mir, ich muss ihn finden!“ sagte er, doch für den Wanderer klang dies wie ein greller, lauter Schrei, der im ganzen Wald zu hören war.

„Er…er ist …..tot…zum Glück….“ brachte er angsterfüllt hervor. Diesmal schrie Valdar wirklich, aber es klang nicht mehr gefährlich, sondern es war eher ein Schrei der Verzweiflung:“ WAS, tot? Das kann nicht euer Ernst sein, woran ist er gestorben?“. Der Mann gab ihm kleinlaut zur Antwort, dass er ermordet worden wäre.

Einige Wochen zuvor:

die Krieger des General’s rammen die Burg

Da war er nun, mit Schild und Schwert in der Hand ging er in der 4. von 25 Reihen in voller Rüstung dem schweren Burgtor entgegen. Er schaute sich um. Links vor ihm war eine Ramme, rechts, etwas weiter hinter ihm ein Katapult. Er seufzte. Warum musste gerade er diese Schlacht führen? Warum nur musste er ausgerechnet mit zu den eintausend besten Kriegern des Landes gehören? Unter lautem Klappern und Krachen der Rüstungen, knarzen der Räder und Kampfgeschrei einiger Krieger kam das Schwarze Tor in der Schwarzen Wand immer näher. Es sah bedrohlich aus, in der Sommersonne, die eben hinter der Burg aufgegangen war. An beides Seiten des Tores stand je ein Wachturm, beide unbesetzt, je ein weiterer Turm befand sich an jeder Ecke des Burgwalles, sie schienen ebenfalls unbesetzt. Die Burg ragte höher, je näher das Heer kam.
Krieger mit Schild und Schwert
Er schaute auf. Schaute auf die Sonne, lies den Blick sinken, schwenkte über die vielen Firsten und Gänge auf der Burg hinweg um sich dann wieder am Tor und den beiden Türmen festzukrallen. So langsam bekam er es mit der Angst, der Wall war nur noch wenige hundert Schritte entfernt. Er umklammerte den Schwertknauf fester, gleichzeitig mit dem Gedanken, dass ihn das auch nicht das Leben retten würde. Er musste darum kämpfen. Nicht umsonst hatte der Baron ihn mit auserwählt. Ihn und so viele andere. Ein Tausend an der Zahl. Die besten Krieger und Söldner, die der Baron finden konnte. Lange hatte er diesen Angriff geplant und es sollte nichts schiefgehen. Ja! So wollte es der Baron und so sollte es sein.
Im Gleichschritt ging es vorwärts, bis auf einmal der General den Befehl zum Stehenbleiben gab. Der Trupp stoppte. Die erste Reihe stand schon fast vor dem Burgtor. Der General liess die Katapulte laden und die Rammen nach vorne fahren. Quietschend rollen die beiden Rammen langsam bis vor das Tor. Sie platzierten sich vor je einem Torflügel. Im Hintergrund vernahm er noch, wie die Katapulte unter einigen Schreien geladen wurden. Er blickte hinauf. Oben, auf einem Gang, der um die Burg herumführte, glaubte er jemanden sehen zu können, ja, dort waren zwei Personen….Doch nicht etwa die zwei…Er wusste es nicht, er konnte nicht viel erkennen, die Sonne stand noch zu tief.
Ruhe kehrte ein. Dann ein Schrei, ein Knall und 2 Steine flogen nach vorne. Doch nicht etwa, wie er vermutete in Richtung der Gestalten, einer flog über das grosse Tor in den Vorhof. Der andere traf einen der beiden Türme am Tor, etwa in halber Höhe, allerdings zeigte der Aufschlag keine Wirkung ausser ein paar verschobenen Ziegeln am Turm.
Von vorne brach nun ein Ohrenbetäubendes Hämmern und Krachen los: Die Rammen machten sich am Tor zu schaffen. Sie brauchten einige Schläge, doch leider flog das Tor nicht aus den Angeln, so wie es hätte sein sollen. Die Linke Ramme traf den Flügel zu heftig und schmetterte ein grosses Loch hinein. Einige der Kämpfer machten sich sofort daran, sie umzusetzten, um es an anderer Stelle noch einmal zu versuchen. Auf der Rechten hatten sie mehr Glück. Das Holz brach zwar an, aber am Schloss, so dass das Tor geöffnet werden konnte.
Langsam und nur unter viel Mühe konnten mehrere Krieger das Tor öffnen. Dahinter lag nicht, wie erwartet, ein Vorhof, nein. Es war ein Friedhof, wenn man das so nennen kann. Es standen keine Grabsteine, man sah nur die menschengrossen, mit lockerer Erde zugeschütteten Löcher im Boden. Hunderte. Bestimmt zehn Dutzend. Er schrak zurück. Und nicht nur er. In den Augen der neben ihm stehenden sah er genau die Angst, die er in den seinen schon eine ganze Weile vermutete. Er fasste sich und zwang sich, sich auf den Kampf zu konzentrieren. Er schaute wieder vor.
Die zwei Rammen wurden erst einmal zur Seite geräumt und der General gab den Befehl, den Schlossfriedhof zu stürmen. Der Trupp setzte sich laut klappernd in Bewegung, wurde aber schon nach einigen Sekunden wieder langsamer und kam schliesslich zum Stillstand.
Krieger Kampf mit MesserEr konnte auch sehen warum sie stoppten, es machte ihm Angst, was musste er auch so weit vorne stehen? Die Erde auf den kleinen Grabhügeln bewegte sich. Langsam kamen hier und da ein Arm, manchmal auch ein Bein hervor. Es war ein grausamer Anblick. Es hingen Hautfetzen herab, wenn überhaupt noch manchmal Haut dran war. Oft konnte man sogar die Knochen sehen. Oder man sah eben keine Arme dort, wo sie hätten sein müssen. Zombies.

„ANGRIFF“ brüllte der General, der sich nun schon etwas zurückgezogen hatte.
„ANGRIFF, MACHT SIE FERTIG, SCHLAGT IHNEN AB, WAS NOCH DRAN IST!“

Zombies – Krieger Ikura

Die Krieger reagierten. Sie stürmten in den Hof und begannen unter lauten Kampfschreien, auf die Zombies und Skelette einzuschlagen. Er, Ikura, war auch mit dabei, endlich bekam er den Kampf, den er nie wollte, aber es musste ja sein. Es war nicht oft, dass er einen Schlag abbekam, die Zombies waren einfach zu langsam, aber wenn er einstecken musste, musste er sich danach erst einmal wieder fassen, unter der Wucht der Schläge sah er aus den Augenwinkeln einige seiner Mitstreiter zusammenbrechen.
Die Zombie schienen in der Überzahl, klar, sie waren keine 1000, aber der Grossteil der Krieger stand ja noch ausserhalb der Schlossmauern. Sie konnten nicht herein, die Torflügel und das Tor selber machten die Stelle zu einem grausamen Engpass und zu allem Übel hielten die Zombies sehr gut stand.
Stich – Schwung – Schlag – Hieb. Der Zombie vor ihm hatte nun ein Loch im Bauch und einen Arm weniger, war platschend zu Boden gefallen. Dafür lag aber auch Ikura am Boden. Der Hieb eines zweiten Zombies hatte ihn doch glatt umgeworfen. Schnell stand er wieder auf den Beinen und nahm sich den anderen vor. Das Schild beim Fall verloren, fasste er sein Schwert mit beiden Händen, holte weit aus und liess es auf den Untoten herniedersausen. Mit ungeheurer Leichtigkeit durchschnitt es den Feind von der Schulter durch die Brust bis zur Hüfte. Oberkörper und Beine schlugen schmatzend auf den Boden. Er suchte schon den nächsten, aber der war schon ein paar Schritte entfernt, ja, sie kamen vorwärts, besser als er selbst die Lage eingeschätzt hatte. Der ganze Trupp war um einige Schritte nach vorne gerückt, man hatte ihn überholt, so dass er sich eine Kleine Pause gönnen könnte. Er nahm seinen Schild wieder.
Er schaute auf die beiden Gestalten, nun deutlicher zu erkennen. Der eine verschwand gerade in der Tür nach innen in die Burg, ein elender Feigling, dachte sich Ikura. Der andere blieb stehen. Ikura kniff die Augen zusammen. Tatsächlich….Er lachte! Das machte Ikura wütend. Er umklammerte sein Schwert wieder mit beiden Händen und rannte unter einem Kampfschrei durch die eigenen Reihen um sich auf einen Zombie zu stürzten. Dann stoppte er plötzlich. Die Tür, die ins Innere der Burg führte war aufgegangen. Am Ende eines weiten Gangen konnte man einen Mann näherkommen sehen. Er schien fast zu rennen. Man sah durch das spärliche Licht der wenigen Fackeln, dass er eine Plattenrüstung trug. Sehr leicht schien sie zu sein, oder er sehr stark. In beiden Händen führte er eine mächtige Hellebarde, deren Gewicht ihm scheinbar auch keine Probleme zu bereitete.
Zombie schreitEr holte sich unter Angst wieder in die Wirklichkeit zurück, die der Kampf war, nicht das Beschauen solcher Leute. Er hatte gar nicht gemerkt, dass sich der Himmel verdunkelt hatte. Doch der war nun wieder hell. Leuchtend hell, für einige Sekunden. Dann ein gar ohrenbetäubender Donner, der auf alle herniederging. Der drehte sich um. Eins der beiden Katapulte stand, vom Blitz getroffen, in Flammen. Ein zweites Mal wiederholte sich dieses und das andere Katapult loderte ebenfalls lichterloh. Ein Ritter versuchte seine Rüstung auszuziehen, die an der Schulter glühte. Das Chaos brach los. Alle schienen wild durcheinander zu laufen und selbst Ikura wusste nicht, was er machen sollte.
Er sah wieder nach vorne. Dort sah er Leute das machen, was er nicht wollte und inzwischen scheinbar ganz vergessen hatte: Kämpfen. Es standen immer mehr Krieger im Eingang der Burg, fast alle waren herbeigeeilt. Er drängelte sich nach vorne, um einem Untoten den Garaus zu machen. Mit einem hatte er nicht gerechnet: Mit dem Mann in Schwarzer Rüstung und Hellebarde. Der stand nämlich nun genau vor ihm, die Waffe schon hoch erhoben. Ikura sprang zur Seite und die Hellebarde ging auf einen anderen Soldaten nieder, der eben von einem Zombie dorthin gedrängt worden war, wo Ikura eben noch gestanden hatte. Der Helm spaltete sich und der Soldat ging zu Boden. Ikura nahm sein Schwert und hieb in Richtung des schwarzen Ritters, doch der parierte mit seiner Hellebarde den Angriff sehr geschickt. Ikura liess nicht ab. Weiter und immer weiter schlug er zu, stach er zu. Doch entweder parierte der in der schwarzen Rüstung oder er wich Ikura aus. Er war einfach nicht zu treffen. Dann in einem Moment der Erschöpfung führte Ikura einen Angriff viel zu matt aus. Der Schwarze parierte problemlos und setzt ihm jetzt zu. Ikura fiel es schwer, mit dem Schild den schweren Schlägen Stand zu halten, er kam unter ihrer Wucht immer wieder ins Straucheln.
Der General betrachtete in aller Ruhe wie seine Krieger in die Burg gestürmt waren. Doch kaum war der letzte an der Festungmauer vorbei, begann eine riesige Feuerwand dort aufzulodern, wo vorher das Tor gestanden hatte. Dann gingen direkt hintereinander 2 Blitze mitten in den Hof der Burg, wo die Schlacht wütete. Schmerzensschreie erklangen und drangen durch den Hall der Burg bis weit in die Wälder.
Ikura konnte dem Schwarzen Ritter mit viel Mühe und Angst um sein Leben immer noch standhalten. Links und Rechts um ihn war es hell geworden, dort loderten Feuerwände, und hinter ihm auch, er sah das Feuer in der Rüstung seines Feindes lodern, was ihn noch viel bedrohlicher machte. Er war erschöpft, doch er musste auf Hilfe hoffen, musste duchhalten. Er ging durch einen schweren Schlag des schwarzen Ritters zu Boden….Dann sah er noch einmal die Hellebarde auf sich zurasen……..
Die Feuerwände schienen die Krieger förmlich auffressen zu wollen, sie kamen immer näher auf sie zu, schlossen sich um sie. Der Schwarze Ritter konnte noch zwei weitere Krieger ermorden, dann zog er sich in das Tor zurück, aus dem er gekommen war. Das Ende schien gekommen. Vor ihnen lag das geschlossene Tor, neben ihnen loderten die Flammen und hinter ihnen gab es auch kein Entrinnen. Einige versuchten, durch das Feuer am Tor zu fliehen doch fielen sie den Flammen zum Opfer, die keinen Entkommen lassen wollte, allem Anschein nach nicht einmal mehr die zwei Dutzend Zombies die noch übrig war. Ein Krieger ging etwas an die Seite, nah an das Feuer, wo er aber zwei Schritte entfernt von den anderen stand. Dort öffnete er eilig seine Brustplatte, warf sie zu Boden, und stach sich das Schwert voller Verzweiflung selbst ins Herz mit den Worten:“Mich soll kein Zombie bekommen…“
Die Flammen liessen nach und der General ritt langsam etwas näher. Dort türmte sich ein Haufen toter Körper, die versucht hatten, den Flammen auszuweichen, waren doch in ihrer Mitte verendet. Aber nicht alle blieben liegen. Eine Handvoll Zombies stand wieder auf und machte sich hungrig über die Leichen her. Oben auf dem First hörte der General Haidron böse lachen. Da wusste er, dass seine Niederlage endgültig ist und dass nur er zurückkehren würde…..

Wieder in der Gegenwart:

die Burg des Baron

Burg des BaronValdar schaute den Wanderer verwundert an. „Ihr sagtet, er wäre tot! Er lebt doch noch, zumindest eurer Erzählung nach. Valdar sprang schon auf. Scheinbar vergessen, wer oder was Haidron eigentlich war, wollte er ihn finden. Der Wanderer hielt ihn ab:“Wartet ab, junger Freund, nich zu enthusiastisch. Das war nur der erste Teil der Geschichte. Wenn ihr noch bleibt, erzähle ich gerne weiter. Valdar liess ein kurzes „oh…“ verlauten und setzte sich nickend wieder zu dem Wanderer.
Er lag im hohen Grase am Waldesrand in der Dämmerung vor der Burg. Das Tor war behelfsmässig repariert, oder einfach nur wieder zugeschoben, wer weiss. Es war ihm auch egal, er musste ja nicht dort rein, wie die tausend Soldaten. Er grinste böse in sich hinein und hätte den Baron fast ausgelacht, als der ihm erzählte, dass alle Soldaten tot sind. Warum war dem Baron der Tod dieses Mannes überhaupt so wichtig, dass er gerade IHN, den dem Baron eigentlich verhassten Tom Solen anheuerte, um Haidron zu töten?
Tom Solen war ein berüchtigter Räuber und Bandit, wie er im Buche steht. Durch seine Kunstfertigkeit im Umgang mit allerhand Waffen verdiente er auch Geld als Söldner und übernahm hier und da mal den Auftrag, jemanden aus dem Weg zu schaffen. Doch ganze 50.000 Goldstücke für einen Mord UND Vergebung aller Verbrechen vom Baron persönlich. Das war viel. Eigentlich sogar zuviel, soviel wollte er gar nicht. Naja, nichtsdestotrotz hatte er den Auftrag angenommen und hockte nun schon seit etwa 2 Stunden in diesem kalten, nassen Gebüsch in der Nähe der Festung ohne dass sich auch nur irgendetwas da drin rührte.
Er war dabei zweimal schon fast eingeschlafen, musste sich aber wach halten, mit jedem Tag der verging, zahlte ihm der Baron 5000 Goldstücke weniger. Also besser heute also morgen und besser jetzt als gleich. Gedacht – getan. Aber wer ahnte denn, dass sich dieser komische Haidron nur dort drinnen in seiner Burg verstecken würde wie ein Wurm in seinem Loch.
Er liess gerade noch einmal alles bildlich an sich vorbeiziehen. Die Schreckenstaten, die für ihn eigentlich nicht weiter schlimm klangen, aber er hatte ja auch ein anderes Moralverständnis als der Baron. Dass der äusserst rechtschaffene Baron nun gerade auf ihn kam…er musste wohl sehr verzweifelt sein. Ja, das Angebot war eindeutig. Wenn Tom es nicht schaffte, konnte es wohl keiner schaffen. So in etwa wird sich das der Baron gedacht haben. Dass er Freunde hatte, die weitaus besser für diesen Auftrag geeignet waren als er, dass musste er dem Baron ja nicht erzählen…vielleicht nachher, es war ihm ohne hin egal.
Er konzentrierte sich wieder auf das Gemäuer, nicht allzu weit entfernt von ihm. Er sah auf dem First einen Schatten in Bewegung und er spürte, trotz der Entfernung, förmlich die kalte Aura, die von ihm ausging. Ein eisiger Schauer fuhr ihm den Rücken hinauf. Langsam legte er den Kopf tiefer und lugte über Kimme und Korn. Mit seinen kalten Händen umklammerte er die Armbrust fester.
Sie war aus guten, teurem Holz, geschlagen in den uralten Wäldern der Elfen, was durchaus nicht ungefährlich war. Ein Freund, wenn er überhaupt Freunde und nicht nut Bekannte hatte, hatte sie ihm geschnitzt, da er ihm noch einen Gefallen schuldig war. Er hatte sie ebenso schön verziert. Stolz war Tom auf sie, oft genug hatte er schon grossen Nutzen aus der Präzision und Kraft der Waffe geschöpft. Nun sollte es wieder einmal so weit sein.
Langsam strich er sich noch einmal die feuchten Haare auf dem Gesicht, legte dann die Hand erneut an die Armbrust. Vorsichtig bewegte er die Armbrust, bis der Kopf der Gestalt genau über Kimme und Korn zu sehen war. Vorsichtig, ja, fast zärtlich bewegte sich der Zeigefinger am Abzug.
Ein leises klacken auf den Büschen – ein Surren in der Luft – ein kurzer erstickender Schrei – ein leises Schmatzen von der Burg – dann war wieder alles still.
Leise stand Tom auf und ging.

Valdar liess den Kopf sinken. Er wusste selbst nicht, ob es Erleichterung oder Trauer war, die er verspürte. Zum einen war Haidron ein grausamer Mörder und Totenbeschwörer. Zum anderen war er sein Bruder…
Valdar erhob sich, unschlüssig, was zu tun sei. Er schwang sich auf sein Pferd. Er dankte dem Wanderer noch einmal freundlich und wollte sich auf den Weg nach Agora machen.
Der Wanderer fragte noch einmal mit freundlichster Stimme, ob er nicht eine kleine Gegenleistung für die Geschichte bekäme. Valdar zuckte leicht zusammen, ihn umfingen wieder die Gedanken, die er hegte, als er ihm begegnet war. Er schaute ihm tief in die Augen.
Er kramte in seinem Rucksack und warf dem Wanderer einen Sack voller Gold hin, der ihn völlig überrascht und mit einem hochfreudigen Gesicht auffing. „Das ist mir eine Geschichte wert, habt dank, dass ihr mich daran erinnertet“ sagte ihm Valdar. Noch viele Schritte weiter hörte Valdar die überaus freudigen Dankesrufe des armen Mannes.

gefesselt

Valdar’s Personeneinschätzung war scheinbar völlig verkehrt. Er nahm sich vor, nicht mehr so sehr auf das Äussere von Leuten zu achten, auch wenn man sehr oft daran ihren Charakter erkennt.
Er ritt noch keine 10 Minuten, da sah er von weitem schon die Mauern der Stadt mit einem grossen Tor, unter dem der Pfad sich fortsetzte. Er hielt davor an. Die beiden Wachen, die bis eben an den Seiten des Tores gestanden hatten, kamen mit auf Valdar gerichteten Hellebarden zu. „Wer seid ihr und was wollt ihr in Agora?“ fragte der Wächter zu seiner rechten forsch. Valdar antwortete, er suche seinen Bruder hier in den Landen. Die Wachen entspannten sich etwas. Dann nannte Valdar seinen Namen.
Die beiden Torwächter rissen die Hellebarden wieder hoch, als erwarteten sie das schlimmste. „Ihr sucht Haidron?“ fragte der Rechte. Valdar nickte nur.
Der Rechte gab dem anderen mit einer Kopfbewegung irgendetwas zu verstehen. Darauf hin rannte der zur Linken schnell hinter das Tor und ein lauter Gongschlag ertönte. Daraufhin kamen sofort mindestens zehn Mannen in voller Rüstung herbeigeeilt. Sie umstellten Valdar, so dass er nicht mehr flüchten konnte. Oben auf der Mauer der Stadt sah Valdar einige Bogenschützen, die auf ihn zielten.
Valdar schaute sich etwas beunruhigt um, sagte jedoch nichts. Der Wächter, scheinbar der Hauptmann selbst, befahl zweien seiner Mannen, Valdar die Waffen und Rüstung abzunehmen. Valdar gab sie mehr oder weniger bereitwillig her.
Dann stieg er langsam vom Pferd und wandte sich an den Hauptmann. „Was soll das hier? Nur weil ich sein Bruder bin, bin ich noch lange nicht er!“ Der Hauptmann fuhr ihn forsch an:“Vielleicht seid ihr ja noch schlimmer!“ Dann zu seinen Untergebenen:“Werft ihn in den Kerker des Barons, er wird mit Sicherheit selber entscheiden wollen, was zu tun ist!“
mit Seil auf dem Rücken gefesseltEine der Wachen kam von hinten auf Valdar zu und verpasste ihm mit dem Schwertknauf einen kräftigen Schlag in den Rücken. Er sank zusammen. Dann wurden seine Hände auf dem Rücken gefesselt und er wurde, umgeben von den Wachleuten, in Richtung des Gefängnisses gestossen. Er lief schon schnell und trotzdem bekam er immer wieder bekam Schläge in den Rücken, auf die Schultern oder er wurde von hinten angeschubst. Um den Kreis der Soldaten herum wütete schon ein wilder Mob, seine Ankunft schien sich sehr schnell herumzusprechen.

Wächter der Zelle

Valdar wurde von einem der Wachhabenden in eine dunkle Kerkerzelle geworfen. All sein Gepäck, seine Rüstung und Waffen, sein Pferd, ja selbst seinen letzten Proviant hatten sie ihm genommen. Er besaß nur noch seine Kleidung, die er am Leibe trug. Er fragte den Wächter nach etwas zu essen, er habe lange nichts gehabt. Der griff nach etwas, was auf dem Boden lag und warf es Valdar in die Zelle. Valdar hob e s auf und betrachtete es im faden Sonnenlicht. Es war nicht einmal ein Viertel von einem Laib und dazu war es noch über und über bedeckt mit Schimmel. Valdar warf es ärgerlich in die Ecke, während der Wächter draussen leise in sich hinein lachte. Valdars Magen knurrte laut, doch auch dies schien den Wächter nicht zu interessieren….
Valdar setzte sich in das feuchte Stroh und sah sich in seiner Zelle um. Die Gemäuer waren alt und ein modriger, fauliger Geruch lag in der stickigen Luft. Dunkel war es, denn durch das kleine Gitterfenster weit über ihm fiel nicht viel Licht, obwohl die Mittagswärme der Sonne in ihren hereinscheinenden Fetzen deutlich zu spüren war. Die Zelle war sehr eng. Links von ihm war die schwere, rostige Eisentüre, durch die man ihn reingeworfen hatte. Bis zur Wand ihr gegenüber waren es knappe zwei Schritt. zwischen den anderen beiden Wänden schätzte Valdar drei. Das Stroh war auf die Gesamte Breite des Raumes verteilt, nahm auf die Länge hin etwa einen Schritt ein, gerade gross genug für Valdar.
Wieder meldete sich sein Magen und wieder entfuhr dem Wächter ein leises Lachen. „Ihr Nasads seid ja hier nicht sonderlich beliebt, wie es mir scheint. Aber ihr habt es das ja selbst zuzuschreiben. Hättet ihr euch wie friedliche Bürger verhalten, gänge es euch jetzt mit Sicherheit gut. Ihr säßet zu Hause am warmen Kamin, mit einem grossen Laib Brot auf dem Tisch und etwas Butter.“
Valdar wurde rasend vor Wut, doch verlor er seine Konzentration und Aufmerksamkeit nicht. Er sprang auf und griff durch die Gitterstäbe nach dem Hals der Wache. Dann schwang er seinen Arm und den Hals des Wächters und hielt ihn in einem Würgegriff. Valdar zischelte ihm leise ins Ohr:“Ja, wäre euer Baron nicht so dumm, und würde rechtschaffene Leute nach ihren Taten beurteilen statt nach ihrem Namen, säße ich nun in einem Gasthaus hier in Agora!“ Valdar sah an dem Wächter herunter und sah dessen Schwert. Er zog es ihm aus der Scheide und hielt es ihm an den Hals, über seine eigene Hand. „Pass gut auf!“ flüsterte Valdar:“Du holst mir jetzt sofort etwas zu essen und dafür lasse ich dich noch eine Weile am Leben.“
Ein stöhnendes „Ja“ kam aus der Kehle der Wache, dann liess Valdar locker und warf das Schwert auf den Boden ausserhalb der Zelle. Immerhin wollte er den Namen Nasad doch reinwaschen, wenn sich diese Unannehmlichkeit erledigt hätte und er hatte ja nur Hunger. Der Wächter, wie Valdar erkannte, erst ein junger Bursche, gerade alt genug, um Gardist zu werden, nahm sich sein Schwert wieder und rief einen zweiten herbei. Nach kurzem Getuschel der beiden entfernte sich der andere wieder eilig. Dann kam jemand leichteren Schrittes den Zellengang herab. Valdar spähte durch die Stäbe, konnte jedoch nichts erkennen. Er seufzte und setzte dennoch weiter Hoffung in sein Essen.
Ein Hüne trat vor die Tür, gross, breitschultrig, muskulös, grimmig, aber kein Essen, sondern eine Peitsche in der Hand:“Wenn du es auf diese Art willst, kannst du es haben“ Ein Wächter machte dem Grossen Valdars Zelle auf und schloss hinter ihm wieder zu. Der Grosse blickte Valdar scharf an. „Fall auf die Knie und zeige Reue, dann kommst du mit einer milden Strafe davon“.
Krieger AugenDraussen lachten mehrere Wächter. Sie waren wohl gekommen, um sich Valdar und den anderen anzusehen. Valdar blickte wieder auf sein Gegenüber:“Was ist die milde und was die harte „Strafe“?“ Strafe….wofür eigentlich? Er hatte doch niemandem etwas getan…Es war eine Drohung, aber er hatte selbst nie dran geglaubt, dass die Wache überhaupt darauf eingehen würde, wenn er erst einmal sein Schwert wieder in der Hand hatte.
„Zehn Hiebe, wenn du dich reumütig zeigst. Ansonsten Fünfzig und die Zahl derer, die ich brauche, bis du vor mir kniest oder liegst.“ „Ich will doch nur etwas zu Essen!“ beteuerte Valdar abermals. Die Antwort war monoton:“Auf die Knie, sagte ich! Du machst es dir nur unnötig schwer, du armseliger Wurm von einem Nasad!“ Valdar ballte die Faust…liess sie aber sinken und ging auf die Knie. Die Wächter draussen und der mit der Peitsche lachten hämisch. „So ist es gut, Nasad! Nun leg dich hin! Hier hin!“ Der Wächter zeigte mitten auf den Zellenboden, dreckig, faulig, wie er war. Valdar gab nach. Das Gelächter um ihn wurde immer lauter. Zehn scheinbar endlose Hiebe liess Valdar über sich ergehen. Die Peitsche schnitt gleich beim dritten Schlag leicht in das Fleisch ein und etwas Blut trat aus der kleinen Wunde. Doch so klein wie sie war, so sehr schmerzte sie auch. Mit jedem weiteren Schlag wurde sie ein kleines Stückchen grösser und der Schmerz stärker. Valdar hatte die Schläge schon gar nicht mehr gezählt, als sein Peiniger aufhörte. Er hiess ihn, liegenzubleiben, bis er die Zelle verlassen hatte.
Valdar stand auf, als die Tür ins Schloss fiel. „Du hast noch einmal Glück gehabt, Nasad! Aber aufgrund deines Verhaltens können wir dich nicht wie geplant morgen dem Baron vorstellen. Wir werden warten bis sich das bessert.“ Dann wandte er sich ab. Laut liess er noch zu Valdars Wache verlauten, dass er nächstes Mal besser aufpassen solle und dass Valdar die nächsten beiden Tage erst einmal nichts zu essen bekäme. Die Wächter lachten, einige klatschten sogar Beifall. Valdar war am Boden zerstört, er liess sich auf sein Strohbett fallen und eine Träne kullerte ihm über die Wange. Er hatte wieder einmal versagt…

ein Lichtblick hinter Gittern

Lichtschein durch Gitter des KerkersAm nächsten Morgen wurde Valdar durch laute Schreie der Wächter, die den Gang hinunterkamen, geweckt. Er schaute sich um. Es war noch dunkler als gestern, als er sich wegen der schweren Peitschenhiebe und des Hungers hingelegt hatte. Es fiel noch nicht einmal ein Sonnstrahl durch sein Gitterfenster. Er stand langsam auf, der Schmerz fuhr ihm durch alle Glieder, ohne auch nur ein einziges auszulassen.
Er hörte Zellentüren quietschen, Gefangene, die unter Androhungen von Peitschehieben aus ihren Zellen getrieben wurden, und laut gegen die Zellentüren schlagende Schwerter, um sie wachzurütteln. Die Stimmen kamen näher, eine Zelle nach der anderen ging auf. Schon ganz nah waren sie, klapperte der Schlüssel auch schon in der Tür von Valdar:“Aufstehen, Faulpelz, auf zur Arbeit. Danach machst du keine Probleme mehr wie gestern, Nasad!“
Der Knauf des Schwertes traf Valdar hart am Kopf. Für seinen Hunger musste er nun wohl noch mehr leiden. Dieses ganze Gefängnis war darauf ausgelegt, die Gefangen zu demütigen, ja, sie bis zum Tode zu quälen. Er musste hier irgendwie raus. Er musste mit dem Baron reden. Ja, das war seine einzige Chance, anders würde er wohl nicht gehen. Noch einmal traf ihn der Knauf, diesmal um so härter, aber „nur“ auf die Schulter:“Geh schneller, du Wurm!“ Valdar tat, wie ihm geheissen.
Er trat auf einen riesigen Hof. Der Wächter gab Valdar scheinbar eine kurze Pause, damit sich dieser einen Eindruck des Grauens machen konnte. Eine hohe Mauer mit vier Türmen umspannte den Hof, an eine Flucht darüber war nicht zu denken. Auf den Türmen standen Wachen mit Bögen, die das Geschehen aufmerksam beobachteten. Zwischen den zwei äusseren Türmen ging die Sonne in einem leuchtenden Rot auf. Die inneren Türme sah man kam, das Rot der Sonne hatte sie verschlungen, nur ihre Umrisse sah man. Valdars Blick schwenkte nun von oben, von der Sonne, herab über den Hof. ein grausamer Anblick bot sich ihm. Dort bearbeiteten etwa 5 Dutzend Gefangene grosse Felsbrocken mit Spitzhacken. Sie suchten die letzten Reste an brauchbarem Metall heraus. Viele zerhackten die Steine, manche waren aber auch für ihren Transport zuständig. Sie hatten grosse Karren, an denen jeweils vier Männer zogen. Es ähnelte sehr einem Pferdegespann. Sie kamen und gingen immer durch ein grosses Tor nach draussen, draussen wurde jeder Karren von je 3 Wächtern begleitet.
Die Anzahl der Wächter war kaum niedriger als die der Häftlinge, Valdar schätzte sie auf etwa 3 Dutzend. Mit Schwertern und Peitschen bewaffnet trieben sie die hart arbeitenden Gefangenen weiter an. Von allen Seiten kamen die harten, dumpfen Klänge, der auf den Stein schlagenden Spitzhacken untermischt von Schreien.
„Bitte, bitte, ich arbeite doch schon so schnell ich kann“ tönte es gleich rechts neben ihm. Ein alter Mann in Lumpen lag auf dem Boden. Immer wieder ging die Peitsche eines Wächters unermüdlich auf ihn nieder. Noch etwas weiter rechts kniete ein Gefangener auf allen Vieren vor einem Wächter und bettelte um etwas zu essen und zu trinken. Er bekam nur einen harten Fusstritt in den Bauch, und fiel dann ganz um. Der Wächter trat ihn noch zweimal in die Rippen. Ein leises knacken und ein um so lauterer Schrei war beim zweiten Tritt zu vernehmen. „Geh an deine Arbeit, bevor ich richtig böse werde!“ schrie der Wächter den sich am Boden wälzenden an. Ein weiterer Tritt gegen sein Knie, noch ein Schrei und der Mann versuchte aufzustehen. Die Peitsche sass ihm im Rücken.
Mit Schmerzverzerrtem Gesicht ging er sofort wieder zu Boden. „Steh auf, Sohn einer Hure!“ Die Peitsche knallte auf seinen Rücken, noch mehrere Tritte gingen gegen seine Rippen, Beine und Arme. „Hoch mit dir, elendes Scheusal!“ Der Mann blieb liegen. Der Wächter trat, schrei und peitschte weiter wie im Rausch auf ihn ein. Ein zweiter erschien neben ihm, zog sein Schwert und rammte es dem am Boden liegenden in den Kopf. Ein letztes Zucken, dann war alles für ihn vorbei. Blut quoll aus der Wunde hervor und besudelte das Haupt des Toten und den Boden um ihn. Der erste schaute den mit dem Schwert verwundert an. „Der sollte doch nur wieder arbeiten, warum tötest du ihn?“ Schrie er seinem Kollegen entgegen. „Lass mir doch auch mal meinen Spass.“ antwortete der andere gleichgültig:“Der war doch eh so gut wie tot, bring ihn weg.“ Valdar schaute dem Toten noch einmal in die Augen. Er hatte einen glücklichen, zufriedenen Gesichtsausdruck.
Ein etwa besser gekleideter Mann, scheinbar ein Oberaufseher, kam auf Valdar und seinen Wächter zu:“Soso, ein Nasad. Dein Bruder, dieser Bastard, hat es mit Sicherheit viel besser als du, jetzt wo er tot ist.“ Valdar ballte die Faust und holte zum Schlag aus, liess sie aber wieder sinken, in der Gewissheit, dass es doch nichts bringen würde. Der Oberaufseher lachte böse. „Na, haben wir Angst? Gestern schon etwas gelernt, was?“ In Valdar kochte die Wut, doch er wusste, nur wenn er sich jetzt absolut unter Kontrolle hielt, hatte er die Möglichkeit, morgen oder vielleicht übermorgen den Baron zu sprechen und alles zu klären. Seine Chance. Seine einzige. Der Wächter stiess ihm den Ellebogen kräftig auf die Nase. Es tat weh und begann zu bluten, aber darum machte sich hier keiner Sorgen. „He, aufwachen! Kannst du Bäume fällen und klein schlagen?“ Eigentlich hatte Valdar mit dieser Arbeit nie ein Problem gehabt, hier aber schon. Dennoch nickte er. „Ja, das kann ich, Sir.“ „Gut, bring ihn hin!“ befahl er Valdars Wächter.

es doch mehr Ratten als Menschen gab

RatteVöllig erschöpft kam Valdar wieder in seine Zelle. Er hatte zwei Tage lang, von Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang im Laternenschein bis zur Erschöpfung Bäume gefällt und ihre Äste abgehackt. Es müssen jeden Tag etwa 14 bis 16 Stunden gewesen sein. Er lies sich nur noch auf sein Stroh sinken. Er konnte bald nicht mehr, der Hunger und vor allem der Durst liessen ihn wahnsinnig und rasend werden, sobald einer der Wächter ihn auch nur ansah, kochte er schon vor Wut. So sehr wünschte er sich, auf sie losgehen zu können und einem nach dem anderen eine Lektion zu erteilen. Doch dies würde wohl ein Wunschtraum bleiben.
Er legte sich hin, um etwas zu schlafen, schliesslich musste er morgen wieder ran, oder es setzte Peitschenhiebe. Ausserdem musste er ja hier raus, also machen, was die Wächter sagen. Morgen früh müsste er eigentlich auch wieder Essen bekommen. Valdar grinste. er hatte heute im Wald neben einem Baum einen Strauch mit Heidelbeeren gesehen. Und da die Aufseher im Wald nicht so aktiv waren, sondern manchmal auch an den Bäumen lagen und schliefen, hatte er es geschafft, den Strauch zu leeren, ohne dass es jemand mitbekam. Auch einige wilde Erdbeeren hatte er gefunden und, natürlich, sofort verspeist. Es war nicht viel, aber es war immerhin etwas. Auch wenn es lange nicht ausreichte, um den Hunger zu stillen, gegen den Durst waren die saftigen Früchte allemal gut und schmecken taten sie auch. Wer weiss, was er morgen früh vorgesetzt bekommt in diesem Kerker hier. Von vielen wirren Gedanken umgeben lag er noch lange wach. Dann fiel er in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
In den nächsten Tage und Wochen passierte nicht viel. Er sah mehr von dem Grauen, und dem, was die Wärter den Gefangenen antaten. Er sah, wie fast jeden Tag Gefangene durch die Pein der Wächter schwer verletzt worden. Sie wurden getreten, geschlagen, man verbot ihnen manchmal sogar das ohnehin schon karge Essen. Viele überlebten es nicht…
Er arbeitete so schwer, wie es seine Kräfte zuliessen. Er bildete sich ein, dadurch seine Qualen lindern zu können, doch den Wächtern war dies scheinbar egal. Er wurde trotzdem geschlagen, ob mit der blanken Faust, mit der flachen Seite der Schwertklinge, dem Knauf, der Peitsche, was die Wächter sich eben gerade einfallen liessen. Es war allem Anschein nach nicht das Ziel der Wächter, die Gefangenen zur Arbeit anzutreiben, dies schien für sie eher ein angenehmer Nebeneffekt zu sein. Für die Wachhabenden war es eher ein Zeitvertreib, die Häftlinge zu prügeln. Und das mit der Arbeit war doch ein Vorwand, der sich immer gut machte.
Valdar zählte immer noch die Tage. Es waren nun schon Fünfzig. Er konnte bald nicht mehr. Schon oft hatte er die Wächter gefragt, wann es denn so weit sei, ihn zum Baron zu bringen, doch diese hatten immer nur mit den Schultern gezuckt. Manchmal hiess es auch „morgen ist es soweit“, und Valdar’s Augen funkelten gross vor Freunde. Doch das gehässige Lachen der Wachhabenden direkt nach dem Satz liess das Funkeln in seinen Augen umschlagen. Hasserfüllt starrte er sie dann an. Sie, die sie ihm alles genommen hatten, was er hatte und was er war. Selbst seine Ehre hatte er nicht behalten können. Hier, in diesem Dreckloch, wo es mehr Ratten als Menschen gab…

in Wunden gezeichnet

Valdar gezeichnet mit WundenWieder wurde er durch die durch den Gang hallenden Schreie der Wächter und die an den Eisentüren klirrenden Schwerter geweckt. Ein unsanftes Aufwachen, Valdar fühlte sich, als wäre er eben eingeschlafen. Valdar’s Wächter warf ihm einen halben, und dazu noch kleinen Laib Brot, der schon nicht mehr der frischeste war, in die Arme. Dazu gab es noch ein kaltes und noch halbrohes Hähnchenbein. Nicht viel, aber besser als nichts. Zu trinken gab es nur eine Flasche Wasser. „Das ist deine Tagesration, mehr gibt es nicht, Nasad!“ Valdar seufzte. Er hatte gehofft, es gäbe wenigstens abends nach getaner Arbeit noch etwas.
Nach dem Essen ging es wieder an die Arbeit. Aber nicht die gewohnte, Valdar hatte heute nicht mehr die Aufgabe, das Holz zu hacken, sondern es zu transportieren. Mit drei anderen Gefangenen zusammen, auf einem grossen Karren, wie er es schon bei den Steineklopfern gesehen hatte. Schwerer war es als die gewohnte Arbeit mit der Axt, um vieles schwerer. Die wachen passten auf, dass man während der Arbeit nicht redete und liessen recht oft, nach Valdars Meinung eindeutig zu oft, die Peitschen knallen.
Erschöpfter als sonst kam Valdar an diesem Abend in seine Zelle. Er wollte sich nur noch schlafen legen, ausruhen, er hatte zu schwer geschuftet, das hielt doch kein Mensch aus. Aber diese Freude wurde ihm vergönnt. Eine andere durfte er stattdessen erfahren. Nach der Arbeit brachte ihn sein Wächter zu einem grossen See im Wald, wo er zu baden hatte. Das Wasser war eisig, aber Valdar war dennoch froh, sie reinigen zu können. Zu sehr hatte er es hier vermisst. Das Wasser liess seine Sinne wieder aufleben und linderte die Schmerzen der Qualen, die er hier zu erleiden hatte. Seine Müdigkeit und Erschöpfung schwanden im eisig kühlen Nass, als wären sie nie da gewesen. Er fühlte sich seit Tagen wieder einmal gut, richtig gut, gesund.
Er sah an sich herab. Viele halb verheilte Wunden zierten seinen Körper. Eine der neueren, von gestern, wie er glaubte, eiterte sogar. Er spürte es, als er drauf fasste und wusch sie erschrocken aus. Ihn nahm sein Abenteuer hier ziemlich mit. Knochiger war er geworden, schwächer, kraftloser. Seine Arme und Beine dünner, als er sie kannte, ja, er konnte sogar sehr gut, zu gut erkennen, wo seine Rippen waren. Er seufzte laut auf.
Die Sonne hing schon tief in den Bäumen, blutrot war sie, wie jenen ersten Morgen, als sie aufging. Der Wächter trieb Valdar zur Eile an, man müsse im Gefängnis sein, bevor es dunkel wäre. Valdar liess sich nicht irritieren, erst das energische Knallen der Peitsche am Rand des Teiches liess ihn wach werden.
Auf dem Weg zurück erfuhr er, dass er heute endlich dem Baron vorgeführt werden solle. Wieder so ein übler Scherz, dachte Valdar, doch der Wärter lachte diesmal nicht. „Ihr,…ihr meint das ernst?“ fragte Valdar. Er bekam keine Antwort.

im großen Thron Saal

trohnSie gingen durch das grosse Haupttor zwischen den beiden inneren Türmen, durch das ganze, grosse Gefängnis hindurch und zum Eingang. Von allen Seiten hörte man Rufe der Gefangenen, die Valdar nicht verstand oder nicht verstehen wollte. Böses Gelächter erklang hinter ihm, als er an das Tor zur Stadt kam.
Dort warteten schon fünf weitere Wachen auf ihn. Sie legten ihm Hand- und Fussfesseln an, und brachten ihn dann nach draussen. Langsam schloss sich das Tor hinter ihm und den Wachen. Die Wachen waren nötig, wie Valdar feststellte, denn schon nach wenigen Schritten waren die sieben von einer Menschenmenge umringt, die ihresgleichen suchte. Scheinbar die ganze Stadt war auf den Beinen. Die Wachen hatten mehr Schwierigkeiten, sich einen Pfad durch die wütenden Massen zu bahnen, als Valdar im Auge zu behalten. Aber ein Fluchversuch war trotzdem sinnlos, die Bevölkerung Agoras wollte ihn lynchen, und jetzt brauchte er die Wachen zu seinem Schutz.
„Hängt den Mörder!“ „Werft ihn in einem Fass in den Fluss!“ „Köpft den Nasad!“ Valdar hörte überall um sich herum diese Hasstriaden. Alle, ausnahmslos, in der Stadt wollten seinen Tod. Langsam schlugen die vielen Einzelrufe in Sprechchöre um:“Knüpft ihn auf! Hängt den Mörder!“ Valdar ging, den Kopf leicht eingezogen einfach immer der vorderen Wache hinterher. Er hatte das grosse Schloss gar nicht vor sich erscheinen sehen, vor dem sie plötzlich standen. Der Mob machte widerwillig unter Gewaltandrohung der Wachen den Weg zum Tor frei. Sie traten ein.
Drinnen konzentrierten sich die Wachen wieder auf Valdar, damit er nichts „falsches“ tat. Es hingen ja genügend Schwerter zur Dekoration an der Wand, und unter schlechterer Bewachung wäre es Valdar mit Sicherheit gelungen, an eins zu kommen, auch wenn seine Fesseln die Sache schwierig machen würden. Aber er schwelgte schon wieder in „Was wäre, wenn“-Geschichten, die er schnell auf seinem Kopf verbannte. Die waren jetzt nicht wichtig. Der Baron, vor den Valdar gleich treten würde, der war wichtig.
Sie durchschritten einen langen Gang, der durch eine grosse Tür in einen riesigen Saal führte. Der Saal hatte grosse, mehr als mannshohe Fenster und schön anzusehende Malereien waren darauf zu erkennen. Farbiges, buntes, sanftes Licht schien durch sie in Saal und erhellte ihn in den verschiedensten Farbtönen. Zwischen den Fenstern hingen Gemälde, wahrscheinlich Ahnen des Barons, die grosses vollbracht hatten. Auf dem Boden lagen grosse, in liebevoller Handarbeit geknüpfte Teppiche. Am Ende dieses Saales stand ein Thron, und darauf sass er: der Baron.

erzähle Deine Geschichte

Valdar erzählt seine GeschichteDie Wachen gingen langsam und scheinbar, wie es Valdar auffiel, besonders gleichmässigen Schrittes auf den Thron zu. Etwa 10 Schritte vor ihm machten sie Halt. Valdar hielt diese Entfernung viel zu gross für ein Gespräch und wollte noch weitergehen, doch das leise Schlürfen von Metall auf Metall, wenn man ein Schwert aus der Scheide zieht, hielt ihn davon ab. „Einen Schritt weiter und dein Kopf liegt vor dir!“ Sagte eine der Wachen eher flüsternd, so dass der Baron es scheinbar nicht hörte. Valdar gehorchte, was blieb ihm auch anders übrig.
Ein Wächter nahm einen Seiner Schlüssel und hockte sich vor Valdar, langsam schloss er ein Schloss an den Fesseln seiner Füsse auf. Erst jetzt bemerkte Valdar die seltsame Technik dieser Instrumente. Sie besaßen nicht nur, wie jede andere Fussfessel, ein Schloss an jedem Fuss, um sie zu öffnen, nein, es waren zwei weitere angebracht, sie verbanden jeweils die Fesseln mit der Kette zwischen ihnen, die sonst mit den Fesseln verschmiedet war. Der Wächter öffnete die beiden Schlösser und drückte Valdar’s Füsse aneinander. Dann nahm er eins der beiden Schlösser und verband damit die zwei Ringe der Fesseln. Valdar wurde unruhig. Dasselbe passierte mit den Fesseln an seinen Handgelenken. Valdar konnte nun weder einen Schritt gehen noch die beiden Hände auseinanderstrecken.
Der Wächter, der ihn gefesselt hatte, nickte dem Baron zu:“Er ist nun so weit, eure Magnifizenz“ Dabei verbeugte er sich tief vor ihm. Der Baron winkte Valdar heran. Verwirrt schaute er ihn an, war er doch unfähig sich zu bewegen. Zwei kräftige Hände packten ihn unter den Achseln und schliffen ihn dem Thron entgegen bevor er überhaupt wahrnahm, was mit ihm passierte. Zu sehr träumte er schon und sehnte er sich nach der Freiheit. Man stellte ihn unsanft wieder ab und hielt ihn, bis er sein Gleichgewicht gefunden hatte.
„Erzähle Deine Geschichte.“ forderte der Baron Valdar auf. „Ich wurde grundlos gefangen genommen“ sagte Valdar nur. „Grundlos?“ erwiderte der Baron und lachte. „Nein, grundlos war es sicher nicht. Du bist immerhin der Bruder von Haidron, der einst der meistgefürchtete Magier in den ganzen Landen war.“ „Ja, Und, wenn schon!“ platze es aus Valdar heraus. „Deswegen bin ich doch nicht er!“ „Durch eure Adern fliesst dasselbe schwarze Blut, vielleicht willst du es nur nicht wahrhaben, aber seine Herkunft kann man nicht verleugnen!“ „Ich verleugne sie auch gar nicht, und dennoch, Lord, ich bin ein Streiter des Lichtes, Kämpfer des Guten und Beschützer des Volkes. Ich kenne meinen Bruder nicht und habe ihn nie gesehen!“
Erst als Valdar später in seiner Zelle darüber nachdachte, fiel ihm auf, dass er eigentlich schon lange kein Streiter des Lichts mehr war, und dennoch hatte er es dem Baron erzählt, und er spürte, dass er sich tief in seinem Herzen noch nicht von den Streitern losgerissen hatte.
„Das ändert die Sache doch etwas. Aber warum hast du deinen Bruder nie gesehen, das kann doch eigentlich nicht passieren?“ fragte der Baron und Valdar berichtete kurz:“Er verschwand spurlos, kurz vor meinem zweiten Geburtstag, so berichtete es mir mein Vater.“ „Hm..“ brummte der Baron nachdenklich in seinen Bart „erzähl mir alles, die Geschichte von Anfang an.“ Und so begann Valdar zu berichten…
Mehrere Stunden später kam er langsam an das Ende seiner Ausführungen, die der Baron meist geduldig ertragen hatte. „Gut, bringt ihn weg!“ rief er den Wachen zu, ohne auch nur etwas zu Valdar zu sagen. „Aber…was ist denn nun…?“ stammelte Valdar und der Baron erwiderte:“Du erfährst es morgen.“
Valdar nickte, wusste aber nicht so recht, was er glauben sollte. Er hoffte sehr, dass er den Baron überzeugt hatte. Ihm wurde wieder eine Kette zwischen die beiden Fussfesseln gelegt und dann wurde er, nicht sanfter als sonst, in das Gefängnis zurückgebracht, alles wieder unter den Schreien der Menschenmassen der Stadt. Einer hasste ihn, weil alle anderen ihn hassten, und so war die ganze Stadt noch immer in Aufruhr.
Mit sorgenvollem Gesicht beobachtete der Baron die Szenerie von seinen Palastfenstern aus….

Valdar’s Erinnerungen Arazel’s

Lange lag er diesen Abend noch wach. Morgen würde ihm der Baron die Freiheit schenken. Oh, ja, endlich wieder frei. Dieses Rattenloch hier ist doch nicht zu ertragen. Er fragte sich, wie er es überhaupt geschafft hatte, hier so lange zu überleben. War es nur Glück? Steckte ein tieferer Sinn dahinter? Waren die Wächter zu ihm nicht so gewalttätig, weil er vielleicht unschuldig war? Der letzte Gedanke schwand schnell. Er wurde doch gequält, wann immer man es konnte, genau wie jeder andere hier. Doch noch war Valdar bei Gesundheit, ein Wunder, dass ihn hier unten die Pest noch nicht eingeholt hatte. Er war zwar deutlich geschwächt, aber er lebte immerhin noch.
ArazelDann durchfuhr es seinen Kopf wie ein zuckender Blitz: der, dem er den Rücken zugewandt hatte zeigte ihm, dass er ihn noch nicht loslassen wollte. Arazel hielt seine schützende Hand über ihn. Ja, so muss es sein, eine andere Erklärung gab es nicht. Nie in seinem Leben hatte er so widrige Umstände zu meistern gehabt, wie hier in dem Gefängnis. Und nie stand er dem Tod so nahe wie er es hier seit langer Zeit tut. Eine höhere Macht war hier im Spiel, in Valdar wuchsen seine Überzeugung und sein Glaube.
Aber warum war er dann hier, wenn Arazel ihn nicht losliess. Warum, in aller Götter Namen war er hier in diesem Loch gelandet? Schnell wurde es deutlich. Zu abrupt hatte er sich von Arazel und den Streiter des Lichts abgekehrt. Er verliess das schützende Heim und begab sich ohne es zu wissen, in die Hände des Feindes, ohne dass Arazel irgendeinen Einfluss darauf hatte. Ja, das Elend hier musste er sich selbst zuschreiben.
Er kniete nieder und begann leise zu beten. Der Wächter draussen hörte sein flüsterndes Gebet und fing an zu lachen. Doch das war Valdar egal, Arazel hatte ihn nicht verlassen, sondern er bot ihm Schutz, jetzt, wo er ihn brauchte, war er für ihn da, der Gott des Lichtes hielt seine schützende Hand über Valdar. Kurz kamen Zweifel auf. Verdiente er es überhaupt, dass Arazel sich noch seiner annehme. Doch die Zweifel verflogen schnell, Arazel ist ein Gott, er ist einzigartig und perfekt, und macht keine Fehler und so wird es auch kein Fehler sein, Valdar beizustehen. Ja, er musste es verdient haben.
Valdar’s Gedanken schwenkten von Arazel unwillkürlich zu einer Person über, die er sehr mit Arazel in Verbindung brachte und die er nur allzu gut kannte. Ein Seufzen entwich seiner Kehle. Ein Meer von Gefühlen brach über Valdar herein, und alle Erinnerungen an sie schienen ihm gleichzeitig einzufallen. „Ich Idiot!“ schimpfte Valdar leise mit sich selbst. „Wie konnte ich dich nur verlassen, meine liebste Ariana?“ Er hatte während seiner ganzen Reise keinen einzigen Gedanken verschwendet und nun hasste er sich dafür. Zuviel war passiert, um die alten Zeiten aus den Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, zuviel hatte er gesehen und erlebt. Zuviel lag zwischen ihnen.
Er stöberte in Erinnerungen, schönen, wie er ihr, wo sie noch sehr schüchtern und naiv war, den ersten Kuss gegeben hatte. Gerade ihr Jugendliche Unbeschwertheit und Schüchternheit hatte ihn sehr in ihren Bann gerissen. Traurige Erinnerungen, als er auf den Zinnen der Burg sass aus Trauer über ihren Abschied und geistig schon dem Meer voller Nichts entgegenblickte. Zwielichtige Erinnerungen, als er das erste Mal ihre Hand hielt, bei Nino’s an der Bar, ihnen gegenüber der schlimmste Feind, den sie je hatten. Und scheinbar doch für sie beide der das Beste, was ihnen passieren konnte. Er stiess einen lauten Seufzer aus. Nichts würde mehr so sein, wie es einst war.
Unruhig schlief er in der Nacht, von Träumen geplagt, in denen er in jeder Frau, der er begegnete seine von Herzen geliebte Ariana wieder erkannte. Wenn jemand ihn ansprach, vernahm er Ariana’s wohlklingende Stimme. Die Stimmen, die ihm leise etwas zuflüsterten klangen traurig und kamen von weit her, doch sobald eine der Stimmen seinen Namen rief, folgte er ihr, bis sie weit in der Ferne verschwand, dann folgte er der nächsten und dann wieder der nächsten. Doch nie konnte er bei ihr sein, unerreichbar war sie für ihn, bis die Stimmen immer leiser und leiser wurden und selbst das wundervolle Echo schwieg. Stille umgab ihn. Unendliche Stille, grausame Stille, es war schrecklich. Allein war er, alleine schien er auf der ganzen Welt zu sein und keiner war da, an den er sich klammern konnte in seiner Not…

wieder in seine Zelle

Valdar in seiner ZelleWieder, wie jeden Morgen, wurde er durch die brüllenden Wächter geweckt, doch diesmal war es anders, es klang nicht mehr grausam, sondern befreiend. Er stand fröhlich auf, mit einem Lächeln auf den Lippen, wie man es bei ihm schon lange nicht mehr gesehen hatte. Der Wächter öffnete seine Zelle heute nicht, sondern wies ihn an, auf die Nachricht des Barons zu warten. Ungeduldig setzte er sich wieder auf den Strohhaufen, auf dem er die Nacht verbacht hatte. Dort sass er noch, als die ersten Sonnenstrahlen langsam in seine Zelle fielen. Er beobachtete, wie langsam ein Strahl nach dem anderen über die kalten, eisernen Gitterstäbe des kleinen Fensterchens kroch.
Schritte hallten den Gang hinauf. Ein Soldat mit einigen Orden an der Brust und Abzeichen auf der Schulter, trat mit einem Schreiben vor die Zelle:“Valdar Nasad?“ fragte er knapp. Valdar nickte. „Der Baron hat seine Entscheidung gefällt. Ihr werdet am Sonntag zur Mittagsstunde vor der Stadt am Galgen hängen, damit nie wieder einer eurer schändlichen Sippe die Lande unsicher macht!“ Valdar sprang wütend auf:“Was, das kann nicht sein, ich habe nichts getan!“ schrie er den Wächter an, doch sein Flehen wurde nicht erhört, der Soldat war schon wieder auf dem Weg nach draussen. Leiser und immer leiser wurden seine Schritte am Ende des Ganges, bis eine schwere Tür in’s Schloss fiel und alles um Valdar still wurde.

an den Wachen vorbei

Abends lag er noch lange wach und überlegt, wie er der Situation entkommen könnte, doch, es wollt ihm einfach nichts einfallen. Dann sollte es wohl das Ende gewesen sein. Unruhig schlief er übermüdet ein. Immer wieder träumte er von dem, was ihn am Sonntag erwarten würde und schreckte ängstlich hoch. Am nächsten Morgen wurde er wie üblich geweckt, aber nicht zur Arbeit getrieben. Er musste in seiner Zelle bleiben und verbrachte dort den ganzen Tag alleine. Und daran änderte sich auch die nächsten beiden Tage nichts.
Am dritten Tage nach der Verkündung des seines Urteils wurde Valdar durch laut hallende Schritte in den Gängen aus seiner einsamen Langeweile gerissen. Vor seiner Zelle stand plötzlich eine kleine Gruppe Soldaten vor ihm. Alle in matt glänzenden Rüstungen, die wie schon vor drei Tagen, einige Orden und Abzeichen zierten. Einer schloss Valdar’s Zelle auf, woraufhin Valdar heraustrat. Sie schubsten ihn vorwärts gen Ausgang. Valdar wusste nun, dass es Sonntag war…
Valdar trat unter lautem Geschrei von vielen Menschen vor das Tor. Er hörte dieselben Schreie, die er schon auf dem Pfad zum Schloss des Barons vernehmen musste. Doch mischten sich diesmal andere darunter, freudige, glückliche, auftamtende: „Endlich hat das Leid ein Ende!“, „Endlich kann man wieder in Frieden leben!“, „Hängt ihn für den Frieden des Landes!“
In dem Mob wurder der Tumult langsam immer lauter und ohrenbetäubender. Einzelne Städter versuchten selbst, an den Wachen vorbei zu Valdar zu gelangen, wahrscheinlich um ihm schon selbst hasserfüllt an die Kehle zu springen. So manche Mistgabel stach nach den Wachen um ihn herum und so manche auch nach Valdar, doch „zum Glück“ leisteten die Wachen gute Arbeit und liessen nichts und niemanden an Valdar heran.
Ausser einmal kurz.
Da sah Valdar nämlich nicht allzu weit vor sich diesen komischen Kauz, den er im Wald traf, und von dem er ihm die Geschichte von Tom und seinem Bruder gehört hatte. Auch er versuchte, an Valdar heranzukommen, allerdings nicht mit roher Gewalt, sondern den richtigen Moment abpassend. Dann sprang er mit einem Dolch auf Valdar zu, schien zustechen zu wollen, doch da traf ihn schon der Schlag einer Wache mit der Breitseite des Schwertes am Körper. Er Mann flog wieder weg, doch sein Dolch vergrub sich unauffällig in den Falten von Valdar’s Robe, wo er ihn schnell festhielt. Kurz sinnierend stach er ihn dann in einer Falte durch das Gewebe, wo der nun fest drin hing. „ja“ dachte er sich, „das wird meine Chance…“ Er sah sich noch einmal um nach dem seltsamen Manne, der ihm dieses Glück beschert hatte. Der lief ganz nah bei ihm, mit einem Dolch in der erhobenen Hand laut fluchend „dich bekomme ich schon noch, warte nur!“ Dabei grinste er dreckig und lachte, aber ob er über seine eigene Drohung lachte, oder über die Wachen, die nichts bemerkt hatten, blieb unklar.
Man ging mit ihm und dem Mob durch ein grosses Stadttor, zu dessen linken Seite man nun die Spitze des Galgens sah. Valdar betrat ihn nur langsam und widerwillig, aber doch nicht widerspenstig, hatte er wohl kaum eine andere Möglichkeit. Lieber wollte er „in Ehren“ am Galgen hängen, als bei einem Fluchtversucht zu Tode zerstückelt zu werden, so wie es dem Mob lüsterte.
Valdar wurde auf an den Galgen gestellt, schon auf die sich später öffnende Klappe und die Schlinge wurde um seinen Hals gelegt und gerade so fest gezogen, dass er noch Luft bekam. Dann fesselte man noch seine Arme auf dem Rücken, und damit begnügten sich die Wachen auch schon, die Fussfesseln hielt man wohl nicht für nötig.

der Galgen – das Ende

Galgen SchlingeHoch am Galgen stand Valdar nun, die Wächter ihn immer noch bewachend und der Mob ihn immer noch lynchen wollend. Valdar schaute sich ängstlich um, immer wieder versuchend, die Hände in Richtung des Dolches zu bewegen, ohne dabei beobachtet zu werden, doch liess er immer wieder davon ab in der Angst, dass ihm seine letzte Chance doch noch genommen werden könnte. Auch blickte er sich immer wieder ängstlich nach dem Manne um, der seinen letzten Atemzug besiegeln sollte, indem er an einem dünnen Strick zieht.
Doch der Mann kam nicht. Stattdessen wurde es langsam dunkel, der Mob und wie Wachen wurden müder und ein Grossteil der Menschenmassen zog gar heimwärts in ihre Hütten. Valdar war den Tag über klar geworden, was das sollte. Noch eine letzte Demütigung, noch einmal dem Volk geben wonach es die Hand ausstreckt. Die Wachen jagten die letzten Menschen fort, und drei der viere legten sich selbst zum schlafen, nachdem sie die Nachtwache ausgemacht hatten.
Valdar wartete noch eine Weile, regte sich ab und zu leise hin und her. Die Wache sah von Zeit zu Zeit müde im Schein der Fackel zu ihm auf, doch er bezweifelte, dass sie viel sah, vielmehr sah er, dass ihre Augenlider im tiefer hingen. Valdar rückte so leise wie möglich die Robe zurecht, so dass er den Dolch in die Hand bekam.
Die Wache trabte immer noch müde umher, sichtlich mit dem Schlaf kämpfend, und setzte sich dann an’s Feuer. Valdar wurde nun langsam hektisch, nicht, dass der Wachmann bald abgelöst wurde von einem „wacheren“, doch er bemühte sich, ruhig zu bleiben. Den Dolch hatte er ja inzwischen hinter seinem Rücken in den Händen. Immer wieder ratzte er kraftlos wegen der ungünstigen Stellung der Hände mit dem Dolch am Seil entlang, bis er langsam erfreut bemerkte, dass es etwas nachgab. Er schaute zum Wachmann. Der sass noch da, ab und zu aus dem Halbschlaf aufschreckend und zu Valdar blickend, ob noch alles in Ordnung wäre, und es sah so aus, als würde der Wachmann das wirklich denken.
Valdar stiess einen leisen Seufzer aus, und schloss danach sofort wieder erschrocken den Mund, in der Hoffnung, dass der Wächter ihn nicht gehört haben möge, als sie die Fesseln fast ganz lösten. Valdar nahm die Seilfetzen in eine Hand und nahm die rechte langsam nach oben an seinen Hals, wo der Strick sass. Ein kurzer Blick zum Wächter: sein Kopf sank langsam immer tiefer hinab Richtung Brust. Valdar fasste sich eilig hinter den Kopf, hielt kurz die Luft an, ein kurzer Ruck am Seil, ein Zucken und ein leises Aufatmen. Die Schlinge sass lockerer. Vom Wunsch nach Freiheit angetrieben, nahm er die andere Hand auch noch nach oben und rückte damit die Schlaufe zurecht….verdammt…..der Seilknoten war mit einem für diese, die beiden Leute umgebende Stille viel zu lautem Geräusch zu Boden gefallen und der Wachmann war aufgeschreckt aus seinen Träumen und blickte nun wahrhaft erschrocken in Valdar Richtung.
Der aber warf die Schlinge weg, die nun lose hinter ihm baumelte und begann zu rennen…so schnell ihn seine Beine nur trugen. Der Wächter setzte nach einem kurzen Augenblick der Besinnung unter lautem Brüllen hinterher…….

nach Hause

Valdar rannte, so schnell er nur konnte, im ersten Moment noch ziellos, doch dann ein Waldstück ansteuernd. Halb rennend-halb stolpernd hielt er darauf zu, eine schreiende Wache hinter sich, die anderen nur ein paar Schritte weiter entfernt. Die Schreie wurden leiser. Valdar wagte einen Blick über die Schulter, die Wachen rannten trotz ihrer Kettenrüstungen erstaunlich schnell mit ihren Schwertern in den Händen, die bedrohlich während des Rennensauf und ab schwangen.
Der Wandrand kam näher, vielleicht würde Valdar dort drinnen mehr Chancen haben, immerhin behindert eine Kettenrüstung die Beweglichkeit. Eilig huschte Valdar zwischen den Bäumen hin und her, zwischen Licht und Schatten, zwischen Leben und Tod. Hinter ihm bedrohliches Knistern, würde er fallen, hätte er keine Chance, alles wäre aus – einfach so mit einem einfach Schwerthieb. Also rannte er – aus Hoffnung, der wenigen, die er in den letzten Tage ab und zu gefasst hatte, als seine Situation sich zu bessern schien, alle entlied er nun in seine Beine, die ihn forttragen sollten, einfach nur weg von hier, ja, weg – doch – wohin eigentlich? Er rannte weiter, wollte er doch nicht stehenbleiben, mit der Gefahr im Rücken. Hinter ihm immer noch das hastige Knacken von Zweigen und das Geschrei, er solle stehen bleiben, aber etwas war anders…die Stimme war anders, freundlich, nicht bedrohlich. Das Klappern der Rüstung fehlte. Valdar hechtete über seine Lichtung und schaute zurück.
Kein grosser Hüne in Kette, sondern ein kleiner, grau in grau gehüllter Mann, der ihm mit erstaunlicher Geschicklichkeit nachsetzte. Valdar stoppte – er kannte ihn doch. Unbewusst zog er den Dolch. Der Kerl kam näher und setzte ein schmieriges Lächeln auf. „Ahh…mein Dolch, habt Dank, guter Mann.“ Er griff nach dem Dolch, den Valdar total verwundert losliess. „Was? Ihr? ja…natürlich…ihr wart das…der Wanderer am Wegesrand, der Bürger, der auf mich losging….“ Sein Gegenüber schüttelte den Kopf. „Ich ging nie auf euch los, es war die einzige Möglichkeit, euch dort herauszubekommen. Ihr seid ein guter Mann, der keinen Galgen verdient.“ „Danke“ würgte Valdar geschmeichelt hervor. So richtig gefiel es ihm nicht, wie dieser Mann zu ihm aufsah.
Der kleine Kerl lächelte. Diesmal sah es wirklich nett aus. Er wandte sich um und griff in seinen Rucksack:“Hier, das fand ich in den Lumpen in der Stadt. Es sind eure Zeichen. Ich wusch die Kleider im Fluss.“ Valdar besah die Sachen: Tatsächlich trugen sie das Symbol der Streiter des Lichtes, eine Erinnerung an alte Zeiten.“Ja“ seufzte Valdar. Dann nahm er sie ihm aus der Hand. „Ich bin euch zu Dank verpflichtet, gabt ihr mir doch mit diesen Sachen und meiner Freiheit mehr, als ich euch jemals zurückzahlen könnte.“ Der Mann lachte hell auf und Valdar blickte ihm verwirrt entgegen. „Lasst nur, guter Mann, die Schuld ist begleichen. Ihr wisst gar nicht, was ihr meiner Familie für einen Gefallen tatet.“ Valdar nickte zwar verstehend, aber eigentlich war ihm das gerade egal. Er war nur froh, gerettet worden zu sein. Valdar fragte den Mann noch, in welche Richtung er gehen müsste, wenn er zurück zum Hafen wolle, und ob er nicht ein paar Goldstücke für die Überfahrt erübrigen könnte. Der kleine nickte freundlich und gab Valdar einen kleinen Teil seines Goldes zurück, der eine Weile reichen dürfte. Er gab ihm noch den Rat, einen anderen Namen zu nehmen, womöglich werde er geächtet. Valdar schickte ihn dann weg und liess sich am Baumstamm hinabgleiten, bis er sitztend daran lehnte und zur Sonne aufblickte. Wohin sollte er nun eigentlich? „Wohin?“ fragte er sich „Irgendwohin, wo es sicher ist, wo ich geborgen bin, wo man mir glaubt und traut. Nach Hause. Zu den Streitern. Zurück auf die Inseln…“antwortete eine leise Stimme in seinem Herzen.Feste des Lichts

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1 comment for this entry:
  1. Michael

    Hallo,
    ich bin eigentlich eher durch Zufall auf Ihre Seite gekommen. Nachdem ich mich ein wenig durchgelesen habe, muss ich sagen Ihre Seite gefällt mir sehr. Ich werde in Zukunft öfters mal vorbei schauen :)

    MFG

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15:04 25.01.2009

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