Fallen Lands

Ashartuul und der Lahika’shin Tausendzahn

by on Feb.23, 2009, under Werwesen

Jäger und Gejagte

voller alter Markt, grauDer Lärm der schreienden Händler des Marktes um ihn herum drohte ihn taub zu machen, doch seine Schritte waren zielsicher, und sein Wille nahezu unbeugbar. Seinen Bart zwirbelnd wirkte er gedankenverloren, allerdings war er bis ins letzte Haar allein auf eines konzentriert: seine Beute. Ashartuul, der Mann der sein Ziel mit stoischer Geduld zu verfolgen pflegte, war vom Äußeren her gerade an der Schwelle zu seinem dreißigsten Sommer, doch sein wahres Alter überschritt die Schätzung des Erscheinungsbildes bei weitem. Ein streng gehütetes Geheimnis trug dieser Mann in seiner Brust, und es bewahrte ihn nicht nur vor dem Alter, sondern verlieh ihm auch noch so einige andere Fähigkeiten. Wieder rempelte ihn jemand an. Seine Reaktion bestand nur aus einem seichten Lächeln, denn er wollte sich nicht mit dem Gesindel aufhalten, wenn wirkliche Probleme hier auf ihn lauerten.

Er hatte diesen Lahika’shin schon über die halbe Insel gehetzt. Nun würde er ihn endlich stellen können. Es handelte sich um einen Teufel, der einen Körper bestehend aus vielen unterschiedlichen Leibern sein eigen nannte. Einen Hybriden, .. eine Schimäre. Der Lahika’shin, den er jagte, nannte sich selbst „‚Todgiftiger Tausendzahn‚“, und war ein Mischwesen aus einer ganzen Schlangenbrut, verbunden mit dem Unterleib einer Spinne. Zwischen seinen unzähligen Schlangenköpfen zeigte sich manchmal sogar ein menschenähnlicher Schädl, welcher dann böse Verwünschungen auszustoßen pflegte. Fünfzig Tote hatte Tausendzahn’s Wut über den letzten Monat hinweg gefordert. Damit zog er die Aufmerksamkeit von Ashartuul auf sich. Ash verkrampfte seine Linke brummend bei dem Gedanken an das Monstrum, das er zu jagen pflegte. Zu allem Übel konnte sich dieses verflixte Biest wie alle Lahika’shin auch in einen Menschen verwandeln, was es ihm nicht gerade leicht machte, das Wesen hier aufzuspühren.

Ash schob wieder ein paar Marktbesucher zur Seite und drängelte sich an ihnen vorbei durch die Menge. Der Gestank alten Fischs drang sich seiner empfindlichen Nase auf, und er war unentwegt damit beschäftigt die stinkende Luft von sich wegzuwedeln. Der Jäger trug eine ockerbraune Mönchsrobe, welche um die Taile mit einem dunklen Gürtel verschürt war. Er trug, für diese Region typische, Sandalen und auf seinem kahlgeschorenen Kopf ruhte ein Hut aus geflochtenem Reisig, den er tief ins Gesicht gezogen hatte. Unter der Robe verbarg er einen gut trainierten Körper, an dem kaum ein Gramm Fett zu finden war.

Dann gelangte er langsam am Mittelpunkt des Trubels am Markt von Junogawa an. Spielleute führten hier in den Straßen ein Theater mit Holzfiguren auf. Ashartuul wandte dem Schauspiel einige Sekunden seine Aufmerksamkeit zu, um die Artisten mit seinem Blick zu durchdringen. Kurz schimmerte seine ansonsten graue Regenbogenhaut goldgelb auf, und die Pupille schien eher langgezogen und katzenhaft, anstatt rund wie eine Scheibe. Vor des Jägers innerem Auge sah er die Artisten von bunten Lichtern und Farbbändern umgeben, die ihre Stimmungen und Gedanken darstellten. Nichts davon interessierte den Mann wirklich, und so zog er den Hut wieder tiefer ins Gesicht und sprach ein paar Worte des Segens: Amaterasu Omikami habe euch selig! Dann machte er sich aus dem Staub.

Minuten später schaffte er es dann durch die Menge zum Rand des Marktplatzes zu gelangen. Seine Augen blickten sich erneut wachsam um, und erspähten einen Jungen, der gerade dabei war einen Obsthändler um seine Äpfel zu erleichtern. Mit einem Satz war Ashartuul neben dem Burschen und sank auf die Knie.. sein Blick wanderte suchend zu den Augen des Händlers empor, und als die beiden sich gegenseitig in die Augen des anderen starrten, breitete sich ein breites Grinsen auf Ashartuuls Gesicht aus. Wieder war die graue Regenbogenhaut in sattes Goldgelb, der Sonne gleichend, getaucht worden. Schlangenhafte Augen waren es, die den Händler nahezu durchbohrten. Er senkte seinen Blick und ging in die Knie, während Ashartuul zufrieden weitergrinste. Dann sah er zu dem Knaben. „Hör her Kleiner. Ich interessiere mich eigentlich nicht für euer Tun, „Hirogata“, aber ich kann dein Verhalten nicht dulden. er zog den kleinen Lümmel am Ohr zu sich heran, und steckte ihm eine Goldmünze in die Hand, sich in Gedanken fragend, warum er das überhaupt tat. Warum er sich überhaupt in die Angelegenheiten von Menschen einmischte. Vielleicht würde es sich als nützlich erweisen ein paar Beziehungen zu haben.. man sollte die Hirogata nicht unterschätzen.

Vor dem hartnäckigen Jäger tat sich ein wunderschön verziertes Tor auf. Es war das Portal zu einem Shintotempel, gewidmet dem Kami „Shibumi-Juno“, dem Schutzgott der Stadt Junogawa. Im Shinto glaubte man an sogenannte Kami. Kami waren Geister, und Geister lebten in allen Dingen und Taten. So war der Geist der Stadt Junogawa eben „Shibumi-Juno“, während die Göttin der Sonne die Alles-Verbindende „Amaterasu Omikami“ war. Dem steinernen Pfad langsam folgend, betrat er den Tempel. Seinen Hut langsam von dem kahlen Schädel abnehmend, näherte er sich ehrfürchtig dem Schrein Shibumi-Junos…

Vor dem reich geschmückten Altar ging der Mann in die Knie und legte seine Hände auf seine Oberschenkel. Ashartuul bereitete sich auf sein „Norito“ vor, löste einen kleinen Beutel von seinem Gurt, den er sogleich öffnete, und fasste hinein. Fest umschlossen hielt er eine Opfergabe in seinen Händen, die er in ein vor sich vorbereitetes Schiffchen legte, welches aus Bambusblättern geformt war. Wunderbar duftende Kirschblütenblätter segelten in Kreis herab, bis sie auf dem Spiegel des Wassers auftrafen, mit dem das Gabenschiffchen gefüllt war. Daraufhin legte Ashartuul die Handflächen zusammen, sie nur sachte miteinander in Berührung bringend und schloss seine Augen. „Herr, Shibumi-Juno! Vor dein Antlitz will ich treten, mit einer Bitte. Dunkle Wolken ziehen über deine Stadt Junogawa hinweg, Kami Shibumi-Juno! Die Präsenz eines Teufels verpestet deine Domäne! Führe mich zu dem Übeltäter, und ich werde mich um seine Auslöschung bemühen, so wahr ich Ashartuul Shra’laí bin, Sohn des ehrwürdigen Shra’laí Oogamo.“ Langsam seine Augen wieder öffnend, verharrte er noch einige Momente in regungsloser Starre. Dann erhob er sich, fasste erneut in seinen Beutel und zog ein paar klimpernde Goldmünzen heraus, die er in den Tonkrug neben dem Altar warf. Diese Tonkrüge waren in all den großen Tempeln zu finden, und sie waren oft halb voll mit Gold oder Silbermünzen.

Ashartuul wandte sich um, und machte sich daran, den Tempel zu verlassen. Währenddessen rückte er wieder seinen Reisighut zurecht und kontrollierte, ob seine Kleidung auch richtig saß. Er führte seine Hände vor seinem Körper zusammen und verstäckte sie im jeweils anderen Ärmel. Bedächtig schritt er an den Tempeldienern vorbei, bis dann auf einmal etwas seine Aufmerksamkeit erregte.

Auf dem Portal zur offenen Straße saß doch tatsächlich ein schwarzes, ihm den Rücken zuweisendes, Vogeltier, dessen Flügelspitzen in blutigem Rot schimmerten. „Ein Zeichen!“ … Ashartuul hatte gerade diesen Gedanken gefasst, als der Rabe sich zu ihm umdrehte, und ihn aus leuchtend weißen Augen anstarrte. Ehe sich der Jäger versah, erhob sich das Tier mit ein paar Flügelschlägen auch schon in die Luft und machte sich daran den Marktplatz fliegend zu überqueren. „Verdammt!“ entglitt es dem Mann, der alsdann sofort zu laufen begann, um das Tier nicht aus den Augen zu verlieren. „Es muss sich um eine Manifestation von Shibumi-Juno handeln!“ dröhnte es in seinem Kopf, geradezu als wollte ihn sein eigener Verstand mit dem Hinweis erschlagen.

Eiligen Schritts verfolgte Ashartuul das Federvieh, doch als er es fast zu verlieren drohte, gewann der Zorn in ihm überhand. Viele Menschen standen einfach so rum, gingen ihren Geschäften nach und hinderten Ashartuul daran vorwärts zu kommen. Seine kochenden Emotionen schienen nach außen zu dringen, wie das Feuer einer Papierlaterne, die man zu unvorsichtig handhabte… und sein Feuer brandte schnell und heiß. Es ergriff einen Passanten nach dem anderen, und so stoben sie außeinander, wie eine aufgescheuchte Rinderherde, die vor einem Schäferhund zurückwich. Es war keine Panik, nein, aber es war eine Art Ehrfurcht, oder eine instinktive Reaktion, der sie alle Folge zu leisten hatten. In Ashartuuls Augen lag wieder dieses goldgelbe Flammen, und in den Schatten seines Reisighutes war etwas Seltsames zu erkennen.

Seine Hände waren unter den weiten Ärmeln verborgen, und so war bei seiner Laufgeschwindigkeit auch nicht zu erkennen, was mit ihm vorging. Seine Haut wurde zunächst dunkler… an manchen Stellen wurde sie regelrecht schwarz. Unter der Robe wurde seine Brust langsam von einem pastellgelben Schleier überzogen. Sämtliche Körperbehaarung verschwand und wich weichen aber nichtsdestotrotz robusten Schuppen… wich den Schuppen einer Schlange. Hier machte die Verwandlung Halt und begann sich wieder langsam ins Gegenteil umzukehren. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn er sich hier in seine „Azhi Dahaka“ Form verwandelt hätte. Glücklicherweise war „Silkaram“ nicht ganz so auffällig, wenn man sich gut bedeckt hielt. Ashartuul war in weniger als eineinhalb Minuten über den ganzen Platz gelaufen, ohne auch nur irgendjemanden anrempeln zu müssen…

Grauer Rabe einzelnNoch immer folgte er dem Raben durch die Gassen bis die Reise plötzlich ein aprubtes Ende fand, als sich sein Kami-Begleiter auf dem Vordach eines verfallenen „Dojos“ niederließ. Fragenden Blicks sah Ashartuul zu dem Vogel auf: Was? Hier soll „Tausendzahn“ sein? Naja, es passt eindeutig zu seinem Geschmack. Ich danke dir, Gesandter des Kami Shibumi-Juno! Doch der Rabe reagierte kein Stück, und als Ashartuul ihn eingehender betrachtete, fiel ihm auch auf, dass der seltsame Glanz aus den Augen des Tieres, und das rote Schimmern seiner Federn verschwunden war. Das schwarze Tier putzte sich in reinlichem Eifer sein Gefieder und guckte ab und an zu dem Mann hinunter, der da so seltsam zu ihm hochzustarren schien. Ash lächelte nur und nickte für einen Moment. Dann verschwand seine Rechte im linken Ärmel und umschloss mit festem Griff irgendetwas… Eiskalter Ernst und Entschlossenheit waren zurück in den Blick des Jägers gekehrt. Einer fließenden Bewegung seiner Rechten folgte ein metallener Strick, der einer Schlange ähnelte, und mit einem knallenden Schnaltzen die Anwesenheit des Jägers endgültig bestätigte. Der Teufel hatte ohne Zweifel sowieso von Ashartuuls Ankunft erfahren. Ein Bote der Kami so nah am Versteck eines Lahika’shins konnte diesem nicht verborgen bleiben.

Die Peitsche in die Linke übergebend, nahm er mit der Rechten seine Kopfbedeckung ab. Innerlich seufzte er. Es war sein liebster Hut, den er jetzt opfern würde, aber es war besser ein Stück Reisig zu riskieren, als sein Leben aufs Spiel zu setzen. Mit einer ausschweifenden Handbewegung wirbelte er den Hut wie ein Shuriken durch den Eingang des Dojos… den Bruchteil einer Sekunde später jagten zwei Hydrenschädel von Tausendzahn ihre Fänge in den Reisig. Ashartuul, der in lauernder Haltung gewartet hatte, stieß sich ab, um mit einem Ruck nach vorne zu gelangen.

Inmitten seines Sprungs machte sein Körper eine rasante Verwandlung durch. Wieder verschwanden Haare statt deren Schuppen auf der Haut des Mannes sprossen, doch diesmal machte Ashartuul nicht bei „Silkaram“ halt. Seine Beine vereinigten sich zu einem langen Schlangenleib, während sich sein Kiefer weitete, lange Giftzähne wuchsen und seine Augen wieder diese goldgelbe Färbung annahmen. Seine Hände verwandelten sich in schuppige Pranken, an deren Enden rasiermesserscharfe Klauen prangten. Sein Nacken weitete sich zu voller Pracht aus. Ashartuul’s neuer Panzer schimmerte in giftig grellem Gelbgrün, bis hin zu glänzendem Schwarz. Auf seinem Rücken zog sich eine dunkle Zeichnung entlang, die dann schließlich auf seiner Schädelplatte endete. In dieser Form war er wohl über sieben Meter lang.

Mit der neu gewonnenen Schwungkraft katapultierte sich der Nagah Ashartuul peitschend nach vor, und riss seine klauenbewehrten Pranken von unten nach oben, zwei der unzähligen Schlangenleiber abtrennend, die auf Tausendzahns Spinnenkorpus befestigt waren. Kreischend erhob dieser seine Stimme Arrrrgh! Ich werde es genießen dich Papierschlange außeinanderzunehmen! Dann sausten drei oder sogar mehr Schlangenköpfe auf den Nagah zu. Ashartuul ließ sich zur Seite fallen, versuchte um sein Ziel herumzukommen. Seine Linke hielt noch immer die zusammengerollte Peitsche in Händen, und übergab diese jetzt an seine rechte Hand, welche kaum eine Sekunde zögernd sofort nach vorn schnellte. Der metallne Riemen traf mit voller wucht auf und umwickelte gleich ein ganzes Bündel an Schlangenköpfen. Ashartuul zog mit einem groben Ruck den Würgegriff noch enger.. versuchte den Teufel zu erwürgen. Dieser brach jedoch in schallendes Gelächter aus: Ihahahahaha! Du Dummkopf, so blöd kann man doch nicht sein?! .. Halt deine Klappe, Missgeburt. Ich werde dir dein schwarzes Lebenslicht schon noch ausblasen, Tausendzahn! entgegnete der Jäger harsch.

Ebenso wild zerrte er auch an der Peitsche, und riss dem bösartigen Lahika’shin dabei wohl an die zehn Schlangenarme ab. Dieser brüllte, ein markerschütternder Schrei nach dem andren gellte durch den total unterbeleuchteten Raum des ruinösen Dojos. Wild um sich schlagend verlor Tausendzahn wohl gerade den Verstand… doch da passierte es. Ein Geräusch, brechenden Knochen nicht unähnlich, war zu hören. Der Hinterleib des Spinnenhybriden brach auf, und ein monströser, stachelbewehrter Schwanz schoss aus der Öffnung hervor. Hiahahhaha … du wirst Fischfutter sein, wenn ich mit dir fertig bin! Hiahihahahaha! Ashartuul zog unbeeindruckt mit einer fließenden Bewegung seine metallene Peitsche ein und schlängelte sich etwas weiter abseits, um nicht im direkten Einzugsgebiet des Skorpionsstachels zu sein. Dann sah er sie. Zwei rotglühende Augen starrten aus dem Sumpf an Schlangenleibern und abgerissenen Halsstümpfen zu ihm herüber. Nervös zuckte der stachelbewehrte Schwanz… jagte immer wieder nach vor, und zersplitterte den Boden. Gewaltige Kräfte mussten dieser Waffe innewohnen, aber Ashartuul wollte dies nicht am eigenen Leibe ausprobieren.

Blitzschnell riss die Riesenschlange sein Maul auf und Spuckte sein schnell einziehendes Hemotoxin auf die gerade entdeckten Augen des Teufels. Dieser heulte erneut auf, denn er konnte nun nichts mehr sehen. Schnell reagierte Ashartuul, und wirbelte erneut seine Peitsche, diesmal zielte er jedoch auf den Skorpionsstachel. Als er ihn zu fassen kriegte, verhakte sich das Peitschenende wie gewünscht mit dem Metalldraht. Nun machte er sich daran sein Ende der Peitsche um eine Säule herumzuziehen, und zog so fest es ging an, um den Spinnerich von seinen Beinen zu reissen, was ihm auch gelang. Zu seinem Glück waren die Schlangen allesamt blind, die Tausendzahn sein eigen nannte. Sie bissen wutendbrandt durch die Luft, und verbissen sich sogar ineinander.

TausendzahnKami, Todgiftiger Tausendzahn, ich schicke deine mickrige Manifestation in die Höllen des Yomi! Verbannt seist du, unreiner Geist! schrie Ashartuul aus Leibeskräften, während er mit Müh und Not die Peitsche noch zu halten vermochte. Der Skorpionsschwanz zuckte wild, und auch er suchte blind nach einem Ziel. Das Ziel wollte ihm Ashartuul bieten und er schloss seine Augen. Kurz war das scharfe „Fauchen“ der Riesenschlange zu hören, dann riss er wieder seine Augen auf. Diese glimmten wie zwei glühendheiße Kohlen. In des Teufels Geist spielte sich nun eine komplett andere Szenerie ab. Er sah sich umringt von Ashartuuls, die immer näher auf ihn eindrängten. Er schnappte nach ihnen und er stach nach ihnen.. ja, er erledigte sogar ein paar.. doch diese Schlangenbiester schafften es immer wieder ihn, Tausendzahn, zu erwischen. In Wirklichkeit rammt sich der Lahika’shin unentwegt selbst den Giftstachel in den Leib. Es war nur mehr eine Frage der Zeit, bis er auf das Gift ansprechen würde.

Kurzer Prozess… Tausendzahn fiel in sich zusammen, wie ein nasser Sack Kartoffeln. Aber Ashartuul wollte sicher gehen. Er wechselte seine Gestalt von „Azhi Dahaka“ nach „Balaram“, die Maske des Shojin Menschen, die er anlegen musste, wenn er sich unter ihnen bewegen wollte. Dann trat er durch die Tür des Dojos nach draußen und begann in einem seiner Beutel zu wühlen.

Er förderte eine kleine, rotschimmernde Murmel zutage, die er vor sich ins Licht hielt. Er betrachtete die Spiegelung seines Selbst, umgekehrt, in der Glaskugel tanzend. Das Licht brach sich ebenso im Kern des durchsichtigen Objekts. Dann umschloss er sie fest mit seiner rechten Hand, und setzte sich im Schneidersitz Asana vor den Eingang. Ashartuul, der Sohn Srha’laís, stand seinem Vater in nichts nach. Er war ebenso ein kompetenter Krieger, Blender wie auch Schamane. Er war ein Geborener, kein Lykanthropenabschaum, und seine Verbindung zur Natur, oder grünen Mutter, wie er sie nannte, war stark wie das Leben selbst. Kami Saobame! Flammenzüngler, kleiner Drachenfunke, höre mein Rufen! Ashartuul schloß seine Augen und setzte seine Beschwörung in Gedanken fort. „Sende dein Feuer hierher, und lass vergehen, was vergehen sollte. Reinige, was unrein ist. Bring Hitze und verwandle alles, was deine Zungen berühren! Holz zu Asche! Sende Kami Tausendzahn ins Yomi!“ .. Langsam spührte er, wie Wärme, ausgehend von der Murmel, in ihm aufstieg, und sein ganzes Wesen erfüllte. Dann öffnete er wieder seine Augen, und konzentrierte seinen Blick auf einen Punkt inmitten des Dojos. Dort, wo er Tausendzahn liegen hatte lassen. Nicht einmal fünf Sekunden hatte es gedauert, da schossen auch schon die ersten Flammen aus den Ritzen der Bretter, unterhalb des Teufels. Armen gleich griffen sie nach dem ausgerissenen Höllengeist, und verzehrten ihn in weißglühenden Flammen…

„… und so vergeht, was vergehen sollte …“

Sleyghjin – Montag  09.  September 2002

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15:04 25.01.2009

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